Proteste in Hongkong Twitter und Facebook berichten von chinesischer Meinungsmache

Ein Netzwerk von etwa 200.000 Twitteraccounts sollte angeblich Streit bei den Demonstrationen in Hongkong anzetteln - offenbar eine politische Kampagne aus China. Auch Facebook hat Accounts gesperrt.

Facebook und Twitter haben Accounts gesperrt
Franz-Peter Tschauner / DPA

Facebook und Twitter haben Accounts gesperrt


China diffamiert die Protestbewegung von Hongkong im Staatsfernsehen und nun offenbar auch in den sozialen Medien: Twitter und Facebook haben mitgeteilt, Profile und Gruppen gesperrt zu haben, die in Hongkong für Zwist sorgen sollten.

Twitter deckte nach eigenen Angaben eine großangelegte Kampagne aus China auf, die die Proteste in Hongkong diskreditieren sollte. Der Kurznachrichtendienst machte demnach 936 Accounts aus, über die koordiniert "politischer Streit in Hongkong gesät werden sollte". Zusätzlich sei ein Netzwerk aus rund 200.000 Accounts gesperrt worden, bevor es nennenswerte Aktivitäten entwickeln konnte, teilte Twitter am Montag mit.

Facebook entfernte mit ähnlicher Begründung fünf Accounts, sieben Seiten und drei Gruppen. Mindestens einer der Seiten seien rund 15.500 Facebook-Profile gefolgt. Beide Dienste zeigten Beispiele von Beiträgen, in denen die Demonstranten in Hongkong zum Beispiel als gewalttätig dargestellt wurden.

Twitter ging noch einen Schritt weiter und nimmt künftig keine Werbeanzeigen mehr von staatlichen Medien an. Mit den Werbeprodukten von Twitter kann man zum Beispiel Beiträge auch in den Newsfeed der Nutzer bringen, die dem eigenen Account nicht folgen. Vom Steuerzahlern finanzierte Medien wie unabhängige öffentliche Sender sind von dem Verbot ausgenommen, wie Twitter in einem Blogeintrag betonte.

ptz/dpa

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insgesamt 80 Beiträge
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Seite 1
ich-sag-mal-so... 20.08.2019
1. facebook räumt auf
"fünf Accounts, sieben Seiten und drei Gruppen"? wow...!
dodo132 20.08.2019
2. ein Chinesischer Dissident,
der in den USA lebt, beklagte sich kürzlich über Zensur auf Facebook und hatte den Verdacht, dass da das mächtige China schon seinen Einfluss geltend macht. Selbst in deutschen Foren scheint es schon Soziobots Chinesischer Provenienz zu geben. Oft lässt sich das an dem etwas für Deutsche untypischen Stil und der darin verkörperten Denkweise ablesen.
tomrobert 20.08.2019
3. Dem Drachen zeigen wo die Grezen sind
Man sollte noch weiter gehen und der "stalinistischen Prpaganda" etwas entgegen setzen, sodass die Chinesen auf dem Festland ein korrigiertes Bild von Hongkong erhalten.
geotie1 20.08.2019
4.
Ist schon erstaunlich wie viel Beiträge sich einen Dreck um Menschenrechte scheren, wie viele Beiträge nur die Meinung des chinesischem Staatsorgan gelten lassen, Beiträge die die Demonstranten mit Gelbwesten vergleichen, obwohl Hongkong erst noch Chinesisch werden soll und somit als Ausland gezählt werden (wobei man sich ja wirklich fragen muss wie Gelbwesten in Frankreich und Aufständische in China behandelt werden) muss. Eine Regierung ist für den Menschen da, und nicht umgekehrt(!), und muss sich eigentlich nach deren Wünsche richten. In China geht es nur nach dem Wohl der Reichen Leute, die sich dem Staat ebenfalls zu fügen hat, der Rest darf sich Stolz fühlen, dass man so viel wirtschaftlich erreicht hat. Aber dann hat es sich auch!
SkeptischerLeser 20.08.2019
5. Nebenbei bemerkt...
Nebenbei bemerkt, Der Spiegel ist jetzt in China geblockt. Komme in Südchina ohne VPN nicht mehr auf die Seite. Die letzten Jahre ging es immer. Der Regierung muss die Angst enorm im Nacken stehen.
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