Millionär Horacio Cartes Konservativer gewinnt Präsidentschaftswahl in Paraguay

Er ist einer der reichsten Männer des südamerikanischen Landes und steht künftig an der Spitze Paraguays: Horacio Cartes hat die Präsidentschaftswahl gewonnen und wird Nachfolger des abgesetzten Staatschefs Fernando Lugo.
Wahlsieger: Horacio Cartes von der Colorado-Partei

Wahlsieger: Horacio Cartes von der Colorado-Partei

Foto: MARIO VALDEZ/ REUTERS

Asunción - Der Millionär Horacio Cartes wird nächster Präsident Paraguays. Nach Angaben der Wahlbehörde konnte der Kandidat der rechtsgerichteten Colorado-Partei bei der Wahl am Sonntag 45,91 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Sein aussichtsreichster Gegner, der Senator Efraín Alegre von der Liberalen Partei, kam auf 36,84 Prozent. Er gestand seine Niederlage bereits ein.

Cartes ist einer der reichsten Männer Paraguays. Der 56-jährige Tabak-Tycoon gilt jedoch als politischer Neuling: Er trat erst 2009 der Colorado-Partei bei, ein Jahr später ging er nach eigenen Angaben zum ersten Mal zur Wahl. Alegre war unter Präsident Fernando Lugo von 2008 bis 2011 Infrastrukturminister.

Mit dem Sieg ihres Kandidaten kehrt die Colorado-Partei an die Macht zurück, die sie mehr als 60 Jahre lang innehatte, bevor sie im Jahr 2008 von einer linksliberalen Koalition um den früheren katholischen Bischof Fernando Lugo abgelöst wurde. Die Neuwahl war wegen Lugos Amtsenthebung vor zehn Monaten notwendig geworden: Nach dem Auseinanderbrechen seiner Koalition war er im vergangenen Juni mangels eigener Mehrheit im Parlament von der Opposition abgesetzt worden. Vizepräsident Federico Franco von der Liberalen Partei übernahm daraufhin das Amt.

Rund 3,5 Millionen Wähler waren aufgerufen, außer dem Präsidenten auch seinen Stellvertreter, 45 Senatoren, 80 Abgeordnete sowie 17 Gouverneure zu wählen. Nach Angaben der Wahlbehörde lag die Beteiligung bei mindestens 65 Prozent. Der neue Staatschef tritt sein Amt am 15. August an.

hen/AFP
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