Frankreich Mehrere hundert Gräber auf jüdischem Friedhof geschändet

In Sarre-Union im Osten Frankreichs ist ein jüdischer Friedhof geschändet worden. Das teilte der französische Innenminister mit. Seit Jahren nehmen in dem Land antisemitische Übergriffe zu.

Sarre-Union - Auf einem jüdischen Friedhof im Osten Frankreichs sind mehrere hundert Gräber geschändet worden. Das teilte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve mit.

Laut Cazeneuve ereignete sich der Vorfall in der Ortschaft Sarre-Union im Verwaltungsgebiet Bas-Rhin, in der Region Elsass. Cazeneuve verurteilte "diese abscheuliche Tat" aufs Schärfste. Und weiter: "Die Republik wird diese neue Verletzung der von den Franzosen geteilten Werte nicht tolerieren." Genauere Angaben zu der Tat machte er nicht.

Premierminister Manuel Valls bezeichnete die Tat auf Twitter als "antisemitisch" und "schändlich". Auch Präsident Hollande verurteilte die Tat laut einer Erklärung des Elysée-Palastes aufs Schärfste.

Rund 600.000 Juden leben in Frankreich. Judenfeindliche Angriffe haben in dem Land in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Im Jahr 2014 wurden doppelt so viele antisemitische Straftaten wie im Vorjahr registriert. Bei einem Angriff auf einen jüdischen Supermarkt in Paris hatte ein radikaler Islamist Anfang Januar vier Juden getötet - die Tat ereignete sich einen Tag nach dem tödlichen Angriff auf diefranzösische Satirezeitung "Charlie Hebdo". Im März 2012 hatte ein Islamist eine jüdische Schule im südfranzösischen Toulouse angegriffen und dabei drei Schüler und einen Lehrer erschossen.

Der Friedhof in Sarre-Union war bereits in der Vergangenheit Ziel von Grabschändern gewesen. 1988 wurden rund 60 Stelen umgeworfen, im Jahr 2001 wurden 54 Gräber verwüstet.

eth/AFP/dpa
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