Korruptionsverdacht Biden verteidigt Geschäfte in Ukraine und China

US-Präsident Trump verdächtigt Joe Biden und dessen Sohn, in korrupte Geschäfte in der Ukraine und in China verwickelt gewesen zu sein. Nun hat sich Hunter Biden erstmals dazu geäußert - und ein Versprechen abgegeben.

Hunter Biden
Pablo Martinez Monsivais/ AP/ DPA

Hunter Biden


Hunter Biden, der Sohn des früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden, hat zum ersten Mal seine Arbeit in der Ukraine und in China verteidigt. Biden, der monatelang zu den Korruptionsvorwürfen geschwiegen hatte, teilte über seinen Anwalt mit, dass er aus dem Vorstand des chinesischen Unternehmens ausscheidet, das im Zentrum der Kritik steht. Außerdem werde er nicht für ein ausländisches Unternehmen arbeiten, sollte sein Vater Joe Biden 2020 zum Präsidenten gewählt werden.

US-Präsident Donald Trump verdächtigt die Bidens, in korrupte Geschäfte in der Ukraine wie auch in China verwickelt gewesen zu sein.

"Hunter hat seine Geschäfte unabhängig ausgeübt", sagte nun sein Anwalt George Mesires in einer Erklärung. "Er hielt es nicht für angebracht, sie mit seinem Vater zu besprechen - und er tat das auch nicht."

Aktienfonds Tage nach Biden-Besuch in China gegründet

Biden war in seinem früheren Amt als Vizepräsident im Jahr 2013 von seinen Sohn Hunter bei einer China-Reise begleitet worden. Hunter Biden war damals damit beschäftigt, einen chinesischen Aktienfonds zu gründen. Am Rande des offiziellen Besuchs seines Vaters traf er sich mit einem chinesischen Banker. Der Fonds wurde dann zehn Tage nach dem Besuch der Bidens in China gegründet.

Nach Trumps Darstellung soll Hunter Biden die Reise seines Vaters dafür genutzt haben, 1,5 Milliarden Dollar in China für den Fonds zu besorgen. Ein Sprecher von Hunter Biden hatte mitgeteilt, dass dieser erst Jahre nach der China-Reise selber in den Aktienfonds investiert habe. Erst 2017 - nach dem Ausscheiden seines Vaters aus dem Amt des Vizepräsidenten - habe er daran Anteile in Höhe von 420.000 Dollar erworben.

Es gibt keinerlei Belege dafür, dass die Bidens in China in illegale Aktivitäten verwickelt gewesen seien. Das gleiche gilt für ihre Aktivitäten in der Ukraine. Trumps Verdacht gründet sich offenbar auf Gerüchte, Joe Biden habe als Vizepräsident die Absetzung eines früheren ukrainischen Generalstaatsanwalts betrieben, um seinen Sohn Hunter vor Korruptionsermittlungen zu schützen.

Die US-Demokraten werfen Trump vor, in der Affäre die Macht seines Amtes missbraucht zu haben, damit sich eine ausländische Regierung zu seinen Gunsten in den Wahlkampf für die anstehenden Präsidentschaftswahlen 2020 einmischt. Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat zu Ermittlungen gegen seinen Rivalen Joe Biden ermuntert. Auch forderte er die Regierung in Peking dazu auf, Ermittlungen gegen die Bidens aufzunehmen.

hej/Reuters

insgesamt 63 Beiträge
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exHotelmanager 13.10.2019
1. Wertlose Angaben
Der Gründer und Betreiber eines Aktienfonds und seine Partner verdienen nicht durch Investition in den Fonds, sondern durch die Gebühren, die die Investoren zahlen müssen. Insofern hat Joe Biden wohl doch vom ersten Tag an Mitte aus dem chinesischen Fond bezogen. Ich sehe darin allerdings kein Problem. Weltweite Aktienfonds sind nicht ungewöhnlich.
h.hass 13.10.2019
2.
Trump verhält sich zwar unmöglich, aber die eigenartigen Geschäfte des Biden-Sohnes haben ein Gschmäckle. Eigentlich müsste bei einem so hochrangigen Politiker wie Biden auch nur der leiseste Anschein vermieden werden, dass Politik und private wirtschaftliche Interessen miteinander vermengt werden. Der Hinweis, dass das alles ja legal war, ist unerheblich. Jeder weiß, dass es Grauzonen und Interpretationsspielräume gibt.
romanpg 13.10.2019
3. @1
In dem Artikel steht nirgends, dass Joe Biden irgendwas mit dem Fond zu tun hat. Lediglich sein Sohn ist daran beteiligt. Davon mal abgesehen ist Donald Trump ein Heuchler wenn er Biden vorwirft er hätte sein Amt dazu missbraucht, um sich persönlich zu bereichern. Er selbst tut dies seit dem Beginn seiner Amtszeit vollkommen schamlos und in aller Öffentlichkeit. Er hat Regierungsposten mit Verwandten, er fliegt gefühlt jedes zweite Wochenede in in sein persönliches Resort nach Florida zu Golf spielen und quartiert seine Entourage dort gleich mit ein und deren Zimmer werden aus Steuergeldern bezahlt. Des weiteren quartiert er Staatsgäste mit Vorliebe in seinem Hotel in Washington ein. Und die Liste geht ewig so weiter. Wenn also jemand sein Amt missbraucht, um sich zu bereichern, dann ist das Trump. Von den restliche Vorwürfen ganz zu schweigen
biobayer 13.10.2019
4. All in the family
Zitat von romanpgIn dem Artikel steht nirgends, dass Joe Biden irgendwas mit dem Fond zu tun hat. Lediglich sein Sohn ist daran beteiligt. Davon mal abgesehen ist Donald Trump ein Heuchler wenn er Biden vorwirft er hätte sein Amt dazu missbraucht, um sich persönlich zu bereichern. Er selbst tut dies seit dem Beginn seiner Amtszeit vollkommen schamlos und in aller Öffentlichkeit. Er hat Regierungsposten mit Verwandten, er fliegt gefühlt jedes zweite Wochenede in in sein persönliches Resort nach Florida zu Golf spielen und quartiert seine Entourage dort gleich mit ein und deren Zimmer werden aus Steuergeldern bezahlt. Des weiteren quartiert er Staatsgäste mit Vorliebe in seinem Hotel in Washington ein. Und die Liste geht ewig so weiter. Wenn also jemand sein Amt missbraucht, um sich zu bereichern, dann ist das Trump. Von den restliche Vorwürfen ganz zu schweigen
Das genügt auch vollkommen. Der Vizepräsident der USA reist in offizieller Mission nach China in Begleitung seines Sohnes, für den er ganz ungeniert Kontakte herstellt und einen milliardenschweren Deal einfädelt: eine Woche später gründet Hunter Biden diesen Aktienfond und kassiert noch während der Amtszeit seines Vaters vom ersten Tag an Gebühren und Tantiemen. Das durch Korruption erwirtschaftete Geld investiert er später Gewinn bringend in den besagten Fond. Ob Hunter Biden seinem Vater Vice-President a .D Joe Biden für dessen Dienste eine Vermittlungs-Provision bezahlt hat, ist für die Beurteilung des Sachverhalts ziemlich unerheblich.
draco2007 13.10.2019
5.
Zitat von h.hassTrump verhält sich zwar unmöglich, aber die eigenartigen Geschäfte des Biden-Sohnes haben ein Gschmäckle. Eigentlich müsste bei einem so hochrangigen Politiker wie Biden auch nur der leiseste Anschein vermieden werden, dass Politik und private wirtschaftliche Interessen miteinander vermengt werden. Der Hinweis, dass das alles ja legal war, ist unerheblich. Jeder weiß, dass es Grauzonen und Interpretationsspielräume gibt.
Ist das so? Sie wissen schon was in der Trump-Regierung abgeht?
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