Ibiza-Affäre FPÖ in Österreich schließt Ex-Chef Strache aus

Die FPÖ zieht Konsequenzen aus der Ibiza-Affäre und schließt ihren früheren Vorsitzenden Strache aus der Partei aus. Der könnte allerdings schon bald ein Comeback in einer neuen Partei feiern.
Mit dem Ausschluss von Ex-Chef Strache will die FPÖ die Ibiza-Affäre abschließen

Mit dem Ausschluss von Ex-Chef Strache will die FPÖ die Ibiza-Affäre abschließen

Foto: CHRISTIAN BRUNA/ EPA-EFE/ REX

Heinz-Christian Strache und die FPÖ gehen künftig getrennte Wege: Die Partei schloss ihren langjährigen Parteichef nach den Wirren um das Ibiza-Video und eine Spesenaffäre aus der Partei aus. "Für uns ist es eine Befreiung, weil damit Ibiza für uns Geschichte ist und wir damit in die Zukunft schauen können", sagte FPÖ-Chef Norbert Hofer in Wien.

Die am Donnerstag verkündete Gründung einer neuen rechten Partei in Österreich könnte Strache aber zu einem schnellen Polit-Comeback unter neuer Flagge verhelfen.

Der ehemalige Vizekanzler Strache war Anfang Oktober über die sogenannte Ibiza-Affäre gestürzt. Der SPIEGEL hatte über heimlich aufgenommene Videos berichtet, die zeigen, wie Strache einer angeblichen russischen Millionärin für ihre mögliche Hilfe im Wahlkampf öffentliche Aufträge in Aussicht stellt. Er trat daraufhin von allen Ämtern zurück, die Regierung aus FPÖ und konservativer ÖVP zerbrach. Gegen Strache wird außerdem ermittelt, weil er Parteigelder veruntreut haben könnte. Er weist die Vorwürfe bislang vehement zurück.

FPÖ wirft Strache Mitschuld an schlechten Wahlergebnissen vor

Zuletzt geriet er wegen einer Spesenaffäre immer wieder in die Schlagzeilen, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 50-Jährigen wegen Untreue. Strache bestreitet die Vorwürfe, Geld aus der Parteikasse für private Zwecke verwendet zu haben. Seine Parteimitgliedschaft ruhte zuletzt.

Dem ehemaligen Parteichef wurde wegen der Negativschlagzeilen um seine Person eine erhebliche Mitschuld an den schlechten Wahlergebnissen der FPÖ bei der Nationalratswahl im September und bei zwei Landtagswahlen gegeben.

In den vergangenen Wochen wurde in Österreich aber immer wieder über ein Comeback noch vor den Landtagswahlen in Wien im kommenden Jahr spekuliert. Eine neue Plattform dafür gibt es bereits: Am Donnerstag spalteten sich drei Strache nahestehende Wiener Landtagsabgeordnete von der FPÖ ab und gründeten Die Allianz für Österreich.

mho/dpa