Illegale Einwanderer Zehntausende protestieren gegen US-Ausländergesetze

In Phoenix gingen 10.000 Menschen auf die Straße, in L.A. schwänzten 3000 junge Latinos die Schule: In mehreren Städten und Staaten der USA haben Einwanderer und Aktivisten gegen die drohende Verschärfung der Einwanderungsgesetze protestiert.


Los Angeles - "Ohne Einwanderer würde dieses Land es zu nichts bringen", wurde die 15-jährige Anna Benitez von der "Los Angeles Times" zitiert. "Wir sind Menschen. Wir sind keine Verbrecher. Wir sind hier, um zu arbeiten", sagte sie, als sie gestern an den Protesten teilnahm.

Das US-Repräsentantenhaus hatte bereits im Dezember eine Gesetzesvorlage beschlossen, wonach Ausländer, die sich illegal in den USA aufhalten, künftig automatisch als Straftäter gelten sollen. Zudem sieht das Gesetz Geldstrafen für Unternehmer vor, die Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigung beschäftigen. Arbeitgebern, die Illegale beschäftigen, drohen höhere Geldstrafen. Auch könnte der Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA weiter ausgebaut werden. Ein weiterer Entwurf sieht vor, illegale Einwanderer innerhalb von fünf Jahren abzuschieben. Der Senat muss den Entwürfen noch zustimmen.

In Los Angeles sind heute weitere Großdemonstrationen geplant. Gestern waren dort junge Latinos mit Fahnen und Protestschildern durch die Stadt gezogen. An einer Schule kam es dabei zu Prügeleien zwischen schwarzen und hispanischen Jugendlichen.

Im US-Staat Georgia legten nach Angaben der Organisatoren bis zu 80.000 Latinos die Arbeit nieder, um gegen ein am Donnerstag vom Repräsentantenhaus in Atlanta beschlossenes Gesetz zu protestieren. Falls der Senat zustimmt, werden in Georgia lebende Ausländer ohne gültigen Aufenthaltstitel künftig keinen Anspruch mehr auf staatliche Leistungen haben. Zudem sollen sie bei Überweisungen in ihre Heimatstaaten eine Sondergebühr zahlen müssen.

itz/dpa/AP/AFP



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