Illegale Einwanderung Afrika und Europa schmieden Aktionsplan

Immer mehr Menschen aus Afrika suchen Zuflucht in Europa - erneut ist heute ein Schiff mit 200 illegalen Einwanderern in der Straße von Gibraltar aufgegriffen worden. Mit einem Aktionsplan wollen europäische und afrikanische Staatsvertreter nun den Flüchtlingsstrom eindämmen.


Dakar – Ein Paket aus repressiven und präventiven Maßnahmen soll die Zunahme illegaler Einwanderer wurde nach Angaben von Diplomaten heute geschnürt. Bei einem Treffen in der senegalesischen Hauptstadt Dakar wurde demnach ein von Frankreich unterstützter Vorschlag Marokkos und Spaniens nach einigen Änderungen einstimmig angenommen. Das Treffen diente als Vorbereitung einer europäisch-afrikanischen Migrationskonferenz, die am 10. und 11. Juli in Rabat auf Ministerebene stattfindet. Dort soll der Aktionsplan verabschiedet werden.

In dem Plan heißt es, die Ursprungs-, Transit- und Zielländer sollten "schnelle und wirksame Maßnahmen" gegen illegale Grenzüberschreitungen umsetzen. Der Text schlägt eine Verstärkung der Grenzkontrollen vor sowie eine bessere Ausbildung und Ausrüstung der Grenzbeamten. Die afrikanischen Staaten sollen mit digitalisierten Datenbanken über kriminelle Organisationen und Schlepper sowie mit wirksamen Warnsystemen ausgerüstet werden.

Ziel sei es nicht, Wanderungsbewegungen zwischen Ländern und Kontinenten komplett zu verhindern, sondern die Bevölkerung stärker in ihren Ursprungsländern zu halten, sagte der senegalesische Innenminister Ousmane Ngom zum Auftakt der zweitägigen Vorbereitungsrunde. Am 10. und 11. Juli treffen sich in Rabat in Marokko Minister der EU und von rund 20 afrikanischen Staaten, um über das Problem der illegalen Einwanderung nach Europa zu beraten.

Immer wieder machen sich Menschen aus armen Weltregionen auf den Weg nach Europa; viele versuchen es in überfüllten Booten auf dem Seeweg von Afrika aus. Immer wieder ertrinken dabei Flüchtlinge.

Am Dienstag entdeckten die spanischen Behörden in der Straße von Gibraltar ein Flüchtlingsboot mit etwa 200 illegalen Einwanderern. Über die Herkunft des 30 Meter langen Bootes und der Passagiere konnten die Behörden vorerst keine Auskunft geben. Die Einwanderer kämen offenbar aus verschiedenen Ländern, sagte ein Behördensprecher in Cadiz.

reh/AFP



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