Illegale Einwanderung Mexiko über Grenzeinsatz der US-Nationalgarde besorgt

US-Präsident Bush will stärker gegen illegale Einwanderung vorgehen und die rund 3000 Kilometer lange Grenze zu Mexiko zusätzlich durch die Nationalgarde absichern. Mexikos Präsident Fox fürchtet eine mögliche "Militarisierung".


Mexico City/Washington - Diese Bedenken habe Vicente Fox seinem Kollegen George W. Bush am Telefon erklärt, hieß es in einer Mitteilung der mexikanischen Regierung.

Bush versuchte, die Bedenken Mexikos auszuräumen. "Der Präsident hat deutlich gemacht, dass die Vereinigten Staaten Mexiko als Freund betrachten", sagte Maria Tamburri, eine Sprecherin des Weißen Hauses, laut einem Bericht der "New York Times". Bush habe Fox versichert, dass keine "Militarisierung" der rund 3000 Kilometer langen Grenze vorgesehen sei. Die Nationalgarde solle die Grenzpolizei nur logistisch unterstützen. Fox habe Bush gesagt, das Thema der illegalen Einwanderung aus Mexiko in die USA könne nur durch eine umfassende Reform bewältigt werden.

Bush will heute Abend in einer Fernsehansprache an die Amerikaner neue Vorschläge machen, um die Grenze, die jährlich Hunderttausende illegal überqueren, weniger durchlässig zu machen. Mit der Ansprache will Bush in der Öffentlichkeit für seine Pläne werben. "Der Präsident wird alles tun, um die Grenze zu sichern", sagte Stephen Hadley, Bushs nationaler Sicherheitsberater. "Es ist das, was die US-Bürger wollen, es ist das, was er will."

Bush wird vor allem von seiner eigenen republikanischen Partei gedrängt, die illegale Einwanderung einzudämmen. Im US-Kongress wird seit Monaten heftig über neue Einwanderungsgesetze diskutiert. Die US-Regierung schätzt, dass etwa elf Millionen Menschen ohne Aufenthaltsberechtigung in den USA leben.

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger äußerte sich skeptisch zu einem möglichen Einsatz der Nationalgarde an der mexikanischen Grenze. "Das ist vermutlich nicht der richtige Weg", sagte Schwarzenegger laut dem US-Sender NBC in Sacramento.

Schwarzenegger ist der derzeit prominenteste und politisch erfolgreichste US-Immigrant. Schätzungen zufolge leben allein in Kalifornien 2,4 Millionen illegale Einwanderer.

hen/dpa/AFP/AP



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