Impeachment-Anhörungen Botschafter Taylor belastet Trump in Ukraineaffäre mit neuen Details

US-Diplomat William Taylor geht US-Präsidenten in der Ukraineaffäre weiter schwer an: Einer seiner Mitarbeiter hat ein Telefonat mitgehört. Demnach interessierte sich Trump eher für seine eigene Agenda, als für die Ukraine.

US-Botschafter William Taylor sagte, es habe ihn alarmiert, dass der Ukraine, einem Land im Krieg, die Sicherheitsunterstützung verwehrt werden sollte, um etwas zu erreichen
AFP/Andrew CABALLERO-REYNOLDS

US-Botschafter William Taylor sagte, es habe ihn alarmiert, dass der Ukraine, einem Land im Krieg, die Sicherheitsunterstützung verwehrt werden sollte, um etwas zu erreichen


Zum Auftakt der Impeachment-Anhörungen in der Ukraineaffäre hat ein Zeuge neue Informationen geliefert. US-Diplomat William Taylor sagte in seinem Statement vor dem Geheimdienstausschuss, einer seiner Mitarbeiter habe ein Telefonat von US-Präsident Donald Trump und dem EU-Botschafter der USA, Gordon Sondland, mitgehört, in dem es um "die Ermittlungen" ging. Als der Mitarbeiter daraufhin Sondland fragte, was Trump von der Ukraine halte, sagte Sondland demnach, "Trump interessiert sich mehr für die Ermittlungen zu Biden".

Taylor leitet die US-Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Er wurde vom Geheimdienstausschuss gemeinsam mit dem Diplomaten im US-Außenministerium George Kent verhört. Bei den Anhörungen soll geklärt werden, ob Trump eine geplante Militärhilfe für die Ukraine zurückhielt und als Druckmittel einsetzte, um juristische Schritte in Kiew gegen seinen innenpolitischen Rivalen Joe Biden und dessen Sohn Hunter zu erzwingen.

Die Demokraten sehen in dem Vorgehen Trumps gegenüber der Ukraine einen gravierenden Amtsmissbrauch mit dem Ziel, sich diskreditierendes Material gegen seinen möglichen Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl 2020 zu beschaffen. Der Skandal begann mit der Enthüllung eines Whistleblowers, der offenlegte, wie Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei einem Telefonat im Juli zu Ermittlungen gegen Biden drängte.

William Taylor (rechts), geschäftsführender US-Botschafter in der Ukraine, und George Kent, Diplomat im US-Außenministerium, werden vor ihrer Aussage vor dem US-Kongress vereidigt
Andrew Harnik/ DPA

William Taylor (rechts), geschäftsführender US-Botschafter in der Ukraine, und George Kent, Diplomat im US-Außenministerium, werden vor ihrer Aussage vor dem US-Kongress vereidigt

Taylor sagte weiter, Trumps persönlicher Anwalt Rudy Giuliani habe einen "irregulären" diplomatischen Kanal nach Kiew gelegt, der die offiziellen Beziehungen der US-Regierung mit der Ukraine untergraben habe.

Taylor: Giuliani hat US-Außenpolitik "untergraben"

Über Giulianis Nebenkanal sei der Stopp der bereits zugesagten US-Militärhilfe für die Ukraine betrieben worden, sagte Taylor. Der Vorgang zeigte laut Taylor, wie die offizielle Außenpolitik der USA durch die "irregulären Bemühungen" Giulianis "untergraben" wurden.

Taylor sagte weiter, er habe die US-Regierung damals über seine Ansicht informiert, "dass es verrückt wäre, Sicherheitshilfen im Gegenzug für Hilfe bei einer innenpolitischen Kampagne in den USA zurückzuhalten". Dass einem Land im Krieg die Sicherheitsunterstützung verwehrt werden sollte, um etwas zu erreichen, habe ihn alarmiert.

Nach Taylor und Kent soll am Freitag die Ex-Botschafterin in der Ukraine Marie Yovanovitch befragt werden. Kommende Woche sollen weitere Regierungsmitarbeiter auftreten. Darunter möglicherweise der Oberstleutnant im Sicherheitsrat Alexander Vindman und Ex-Sicherheitsberater John Bolton.

mfh/AFP



insgesamt 25 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
taglöhner 13.11.2019
1. Läuft
...auf Phoenix und CNN übrigens schon die ganze Zeit.
draco2007 13.11.2019
2.
Die ganze Strategie der GOP ist nur als widerlich zu bezeichnen... Die Grundhaltung ist: - Aber Biden! - Die Militärhilfe wurde gezahlt! - Es gab keine Ermittlung gegen Biden! - Gegen Korruption vorzugehen ist doch gut! - Trump hat viel für die Ukraine getan! Das ist für mich pure Verzweiflung weil sie NICHTS haben um den Präsidenten zu verteidigen. Nichts von dem was die GOP gefragt hat entschuldigt Trumps verhalten. NICHTS.
pnegi 13.11.2019
3. Läuft auf vielen Kanälen...
Zitat von taglöhner...auf Phoenix und CNN übrigens schon die ganze Zeit.
Die beste Zusammenfassung kam wieder einmal von Jim Jordan... https://www.youtube.com/watch?v=FJcv2pQ1PsU Habe herzhaft gelacht...
draco2007 13.11.2019
4.
Zitat von pnegiDie beste Zusammenfassung kam wieder einmal von Jim Jordan... https://www.youtube.com/watch?v=FJcv2pQ1PsU Habe herzhaft gelacht...
Sie meinen hoffentlich die verlogenste Zusammenfassung...
bandelier 13.11.2019
5. pnegi
Wenn Sie es nicht ironisch meinen, gab es da nichts zu lachen. Es war peinlich.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.