"Imperialistische Aggressionen" Niederlande empört über Chávez' Vorwürfe

Venezuelas Präsident Chávez beschuldigt die Niederlande, vor der Küste seines Landes Aggressionen zu schüren. Die USA dürften auf holländischen Inseln aufrüsten und diese mit "Waffen, Mördern und Geheimdienstlern vollstopfen". Die Niederlande wehren sich gegen die Vorwürfe.
Venezuelas Präsident Hugo Chávez: "Imperiales Regime der Niederlande"

Venezuelas Präsident Hugo Chávez: "Imperiales Regime der Niederlande"

Foto: ADRIAN DENNIS/ AFP

Den Haag - Venezuelas Präsident Hugo Chávez ist nicht für seine diplomatischen Auftritte bekannt. Den Uno-Klimagipfel nutzte er für deutliche Worte an die Adresse der Niederländer: In Kopenhagen erklärte er Berichten zufolge, die niederländische Regierung ermögliche es den USA, die Niederländischen Antillen als Aufmarschgebiete zu missbrauchen. Die Inseln liegen vor der Küste Venezuelas.

Das "imperiale Regime der Niederlande" gestatte den USA, "diese Inseln mit Waffen, Mördern, Geheimdienstlern, Spionageflugzeugen und Kriegsschiffen vollzustopfen", wurde Chávez zitiert.

Venezuela

Die Niederlande haben empört auf die Vorwürfe reagiert. Derartige Anschuldigungen entbehrten jeder Grundlage, erklärte Außenminister Maxime Verhagen am Freitag. Zugleich forderte er den Botschafter Venezuelas auf, die Äußerungen seines Staatschefs zu erklären. "Von Imperialismus oder irgendeiner Aggression kann gar keine Rede sein", erklärte Verhagen. Das Königreich der Niederlande sei an guten Beziehungen zu interessiert. "Unbegründete Anschuldigungen tragen dazu nicht bei."

Der niederländische Außenministeriumssprecher Bart Rijs erklärte, die USA würden lediglich zivile Flugplätze auf den Inseln Aruba und Curaçao zur Bekämpfung des Drogenschmuggels in der Region nutzen. Die Überwachungsflugzeuge, die sie dabei einsetzten, seien nicht bewaffnet. Auch ein Sprecher des US-Außenministeriums in Washington wies die Vorwürfe von Chávez als unbegründet zurück.

kgp/dpa/AP
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