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16. Oktober 2013, 06:57 Uhr

Brasilien

Krawalle nach friedlichem Lehrerprotest in Rio

Es begann als eine Demonstration von Lehrern und endete in einer Straßenschlacht: In Rio de Janeiro haben maskierte Randalierer eine friedliche Kundgebung für Plünderungen und Angriffe auf Polizisten ausgenutzt. Auch in São Paulo und anderen Städten Brasiliens gab es Zusammenstöße.

Rio de Janeiro - Erneut sind in Brasilien friedliche Proteste von Lehrern und Studenten eskaliert. In Rio de Janeiro haben sich am Dienstagabend Hunderte maskierte Randalierer Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die Beamten waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, setzten Tränengasgranaten, Gummigeschosse und Schlagstöcke ein. Zuvor hatten im Zentrum der Metropole etwa 10.000 Menschen friedlich demonstriert.

Auch in São Paulo gab es schwere Zusammenstöße zwischen Polizei und gewaltbereiten Demonstranten, die versuchten das Gebäude des Stadtrats zu stürmen. Mehrere Omnibusse, einige Autos und sieben Bankfilialen wurden zerstört. Nach Medienangaben nahm die Polizei in Rio und São Paulo insgesamt rund hundert Demonstranten fest. Mindestens vier Beamte seien verletzt worden. Kleinere Proteste wurden aus Brasília und Belo Horizonte gemeldet.

Am Dienstag war in Brasilien landesweit der "Tag des Lehrers". Die Lehrer in Rio sind seit Wochen im Streik und protestieren gegen ein neues Gesetz, durch das sie sich benachteiligt fühlen. Außerdem fordern die Lehrkräfte höhere Löhne. Die Stadt hat die Lehrer angewiesen, den Streik zu beenden. Die Behörden drohen mit Sanktionen, bis hin zu Entlassungen, die Lehrergewerkschaft verweist auf das gesetzlich verbriefte Streikrecht.

Mehrere Aktionen der Lehrer waren bereits in der Vergangenheit von Mitgliedern des sogenannten Schwarzen Blocks für Randale missbraucht worden, bei denen Geschäfte und Restaurants geplündert wurden.

Im Juni hatten in Brasilien landesweit Hunderttausende gegen Korruption, Misswirtschaft und die hohen Kosten für die WM 2014 protestiert. Auch dabei war es in vielen Städten zu Krawallen gekommen.

syd/dpa/AP

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