Indien 50 Menschen sterben bei Anschlagsserie

Eine Serie von Bombenanschlägen hat im Nordosten Indiens bereits gestern mindestens 49 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 100 Personen wurden verletzt. Heute setzten sich die Angriffe fort: Eine weitere Bombe tötete 15 Menschen.


Gauhati - Als Urheber der Anschläge vom Samstag in den indischen Staaten Nagaland und Assam wurden Separatisten vermutet. Es bekannte sich aber zunächst niemand zu den Angriffen. Im Nordosten Indiens sind insgesamt mehr als drei Dutzend verschiedene Rebellengruppen aktiv.

Die Polizei von Assam vermutete, die verbotene Nationale Demokratische Front von Bodoland, die für einen eigenen Staat des Bodo-Volkes kämpft, könnte hinter den Anschlägen stehen. Ein Bekennerschreiben lag jedoch nicht vor. Rund 50 militante Gruppen sind im Nordosten Indiens aktiv, viele verfolgen separatistische Ziele.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte die Terroranschläge in einer in New York veröffentlichten Erklärung und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Keine Sache könne die sinnlosen und grausamen Taten rechtfertigen, die sich gegen unschuldige Zivilisten richteten, erklärte Annan.

Die schwersten Anschläge ereigneten sich in der Stadt Dimapur in Nagaland, wo bei zwei nahezu gleichzeitigen Explosionen 26 Menschen getötet wurden. Der erste Sprengsatz detonierte an einem belebten Bahnhof, der zweite nur Minuten später auf einem Markt. Wenige Stunden nach den Explosionen in Nagaland wurden im benachbarten Staat Assam bei neun Überfällen insgesamt 18 Menschen getötet, wie die Polizei mitteilte. Bei dem folgenschwersten schossen Bewaffnete auf den Markt der Stadt Makri Jhoda. Hier starben elf Menschen. Es war unklar, ob zwischen den Anschlägen in Nagaland und Assam ein Zusammenhang bestand.



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