Anschlag 2008 Mutmaßlicher Mumbai-Attentäter bleibt in Haft

Eigentlich sollte der mutmaßliche Drahtzieher des Attentats 2008 auf Mumbai aus dem Gefängnis entlassen werden, nun bleibt er doch in Haft: Zwar annullierte ein Gericht die entsprechende Anordnung, nun gibt es jedoch neue Vorwürfe.


Mumbai - Mindestens zwei weitere Tage soll der mutmaßliche Mumbai-Attentäter in Untersuchungshaft bleiben. Das verlautete nun aus Justizkreisen in Islamabad. Eigentlich sollte der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge in der indischen Stadt im Jahr 2008 entlassen werden. Der Oberste Gerichtshof hatte am Montag eine Haftanordnung der Regierung annulliert. Am Dienstag wurden dann jedoch neue Vorwürfe gegen Zaki-ur-Rehman Lakhvi erhoben. Das teilte die Polizei mit.

Der Fall belastet das Verhältnis zwischen Indien und Pakistan. Indien wirft Pakistan vor, die mutmaßlichen Hintermänner der Mumbai-Anschläge zu schonen. Bei den Anschlägen in Mumbai hatten im November 2008 zehn Angreifer mit Maschinengewehren und Handgranaten bewaffnet in über 60 Stunden mehrere Luxushotels, Cafés, einen Bahnhof und ein jüdisches Gemeindezentrum verwüstet. Die Angreifer töteten insgesamt 166 Menschen, neun der Attentäter wurden bei der Attacke selbst getötet.

Der Prozess läuft nur schleppend, zuletzt ging es immer wieder hin und her: Lakhvi ist seit 2008 in Haft, am 18. Dezember gewährte ein Gericht seine Freilassung gegen Kaution. Noch am selben Tag verfügte die Regierung, er müsse in Haft bleiben. Diese Anordnung hatte der Oberste Gerichtshof am Montag annulliert - und damit erneut scharfen Protest von Indien hervorgerufen. Bevor Lakhvi am Dienstag freigelassen werden konnte, warf ihm ein Gericht nun eine Geiselnahme vor sechseinhalb Jahren vor, wie Polizeisprecher Mohammad Arshad mitteilte.

Lakhvis Anwalt Rizwan Abbasi bestätigte, für weitere Ermittlungen müsse Lakhvi zwei weitere Tage in Haft bleiben. Er warf der Justiz vor, die neuen Vorwürfe konstruiert zu haben. Bei der Anhörung waren Dutzende Polizisten und Spezialkräfte um das Gericht herum im Einsatz.

vek/AFP/AP



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