Erste Hochrechnungen Präsident Joko Widodo gewinnt die Wahl in Indonesien

Joko Widodo steht laut ersten Hochrechnungen vor der Wiederwahl. Der Präsident gilt als Reformer und "Obama Indonesiens".
Joko Widodo und Ehefrau Iriana Joko Widodo präsentieren ihre tintengefärbten Fingerspitzen - Zeichen, dass sie gewählt haben

Joko Widodo und Ehefrau Iriana Joko Widodo präsentieren ihre tintengefärbten Fingerspitzen - Zeichen, dass sie gewählt haben

Foto: Edgar Su/REUTERS

Bei der Präsidentschaftswahl in Indonesien zeichnet sich ein klarer Sieg von Amtsinhaber Joko Widodo, auch "Jokowi" genannt, ab. Laut Nachwahlbefragungen vom Mittwoch kann Widodo mit rund 55 Prozent der Stimmen rechnen. Sein Herausforderer Prabowo Subianto kommt demnach auf 44 Prozent. Alle Wahlforscher sahen den Präsidenten nach Schließung der Wahllokale klar vorn. Damit steht Jokowi vor einer weiteren fünfjährigen Amtszeit.

Jokowi gilt als volksnaher Politiker und als "Obama Indonesiens". Er hat es vom Möbelhändler zum Präsidenten gebracht und ist seit 2014 im Amt. Auch damals stand er Prabowo gegenüber und gewann mit 53,1 zu 46,9 Prozent der Stimmen.

Kritiker werfen Jokowi mangelnden Einsatz für Menschenrechte vor

Jokowis Kritiker werfen ihm allerdings vor, sich zu wenig für Menschenrechte in seinem Land eingesetzt zu haben. Mehrere Hinrichtungen in Indonesien wurden zuletzt trotz internationaler Proteste vollstreckt, zudem nimmt die Stimmungsmache gegen Homosexuelle wieder zu. Auch Korruption ist nach wie vor weit verbreitet, obwohl Jokowi den Kampf dagegen zu einem seiner wichtigsten Ziele ausgerufen hatte.

Bei der Wahl galt er als Favorit und lag in Umfragen zum Teil bis zu 20 Prozentpunkte vor seinem Herausforderer Prabowo. Besonders das Thema Islam spielte im Wahlkampf eine Rolle. Mit seinem konservativen Mitstreiter Maruf Amin hatte Jokowi versucht, die Strenggläubigen im Land zu erreichen. Amin soll nun Vizepräsident werden.

Ein amtliches Endergebnis wird Ende Mai erwartet

Insgesamt waren in dem südostasiatischen Staat 193 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Zudem gehört es zum Kreis der großen Industrie- und Schwellenländer (G20).

Parallel zur Entscheidung über das Staatsoberhaupt wurden auch das Parlament sowie Provinz- und Kommunalvertretungen neu gewählt. Insgesamt traten 25.000 Kandidaten für 16 verschiedene Parteien an. Wegen der Größe des Landes und der vielen Wahlen wird es längere Zeit dauern, bis alles ausgezählt ist. Ein amtliches Endergebnis wird Ende Mai erwartet.

höh/dpa/AFP
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