Indonesien Terroristenführer entgeht Polizei-Zugriff

Rückschlag für die Fahnder: Einer der meistgesuchten Terroristen Asiens ist am Wochenende offenbar nur knapp entkommen. Sicherheitskräfte hatten ein Haus gestürmt und einen Verdächtigen erschossen. Ein DNA-Test ergab jetzt, dass der Tote nicht Noordin Mohammed Top ist.


Jakarta - Der totgeglaubte asiatische Extremisten-Anführer Noordin Mohammed Top ist Polizeiangaben zufolge noch am Leben. Bei einem am Wochenende erschossenen Verdächtigen habe es sich um einen Komplizen Tops gehandelt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Dies hätten DNA-Tests ergeben.

Indonesische Polizisten bei der Festnahme eines Terror-Verdächtigen: Stundenlange Schießerei mit Todesfolge
dpa

Indonesische Polizisten bei der Festnahme eines Terror-Verdächtigen: Stundenlange Schießerei mit Todesfolge

Top ist einer der meistgesuchten Muslim-Extremisten Asiens und gilt als Drahtzieher der Anschläge auf das Marriott- und das Ritz- Carlton-Hotel in Jakarta im vergangenen Monat. Dabei waren neun Menschen getötet und 53 verletzt worden. Zur Last gelegt werden ihm unter anderem auch die Anschläge auf die australische Botschaft in Jakarta 2004 und auf Touristenziele auf Bali 2005.

Die Polizei hatte sich zunächst zuversichtlich gezeigt, Top in Zentraljava aufgespürt und bei einer stundenlangen Schießerei getötet zu haben. Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise, Top habe sich in dem von der Polizei belagerten Haus aufgehalten, sei aber vermutlich entkommen, bevor die Anti-Terror-Einheit das Haus gestürmt habe. Die Flucht bedeutet einen herben Rückschlag für die Sicherheitskräfte. Sie vermuten, dass sich Top noch in Indonesien aufhält und weitere Anschläge plant.

Bei dem von der Polizei während des Schusswechsels Getöteten handele es sich um einen gewissen Ibrohim, der als Florist im "Ritz Carlton" gearbeitet habe und vermutlich auch hinter dem Anschlag dort stecke, teilte die Polizei weiter mit. Fernsehbilder, die unmittelbar nach dem Anschlag gemacht wurden, zeigten Ibrohim in der Hotel-Lobby und im Restaurant. Danach sei er verschwunden, hieß es weiter.

Der in Malaysia geborene Top war jahrelang im Führungszirkel der Extremisten-Gruppe Jemaah Islamiyah. Später gründete er eine noch radikalere Splittergruppe, die Tanzim Qaedat al-Jihad.

ore/Reuters/AP



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