Inguschien Viele Tote bei Anschlag auf Polizeiwache

Bei einem Selbstmordanschlag im russischen Konfliktgebiet Inguschien sind mindestens 19 Menschen getötet worden. Der Attentäter fuhr mit einem Auto voll Sprengstoff in eine Polizeiwache - im Gebäude lagert Munition, weitere Explosionen drohen.


Moskau - Ein Selbstmordanschlag im russischen Konfliktgebiet Inguschien hat mindestens 19 Menschen in den Tod gerissen, 69 Menschen wurden verletzt. Der Täter habe in der Stadt Nasran mit einem Auto das Tor eines Polizeihauptquartiers gerammt und einen Sprengsatz gezündet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag nach Angaben der Agentur Interfax. Nach Informationen örtlicher Behördenvertreter ging der Sprengsatz im Hof der Polizeiwache hoch, als sich die Beamten dort gerade zum morgendlichen Appell versammelten.

Nach ersten Angaben betrug die Sprengkraft der Bombe etwa 50 Kilogramm TNT. Da das Gebäude teilweise in Flammen stehe, seien weitere Explosionen zu befürchten, da in dem Haus auch Munition gelagert sei.

Die Lage in der Kaukasusrepublik ist äußerst instabil. In Inguschien und anderen russischen Kaukasus-Republiken kämpfen islamistische Aufständische gegen die Kreml-treuen Behörden und Sicherheitskräfte. Erst Ende Juni war der inguschetische Präsident Junus-Bek Jewkurow bei einem Selbstmordanschlag lebensgefährlich verletzt worden. Auch in den Teilrepubliken Tschetschenien und Dagestan sterben fast täglich Menschen bei Kämpfen.

Mitte Juli wurde die für die Organisation Memorial tätige Menschenrechtsaktivistin Natalja Estemirowa in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny verschleppt und wenig später in Inguschien ermordet aufgefunden. Die Menschenrechtskämpferin Sarema Sadulajewa und ihr Ehemann Alik Djibralow wurden ebenfalls entführt und am Dienstag in Grosny entdeckt.

amz/dpa/Reuters/AFP/AP



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