Südchinesisches Meer China empört über G7-Erklärung zu Inselstreit

Aufgeschüttete Inseln, Militäranlagen, Kampfjets: China zementiert seine Macht im Süd- und Ostchinesischen Meer. Die G7-Außenminister mahnten eine friedliche Lösung an - "unverantwortlich", findet Peking.

Aufgeschüttete Insel im Südchinesischen Meer
DPA/ Armed Forces of the Philippines

Aufgeschüttete Insel im Südchinesischen Meer


Mit scharfen Worten hat China gegen die Erklärung der sieben großen Industrienationen (G7) zu den Territorialstreitigkeiten im Süd- und Ostchinesischen Meer protestiert. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte in Peking, die Mitglieder der G7-Gruppe sollten "unverantwortliche Bemerkungen und Taten einstellen". China sei sehr unzufrieden mit den Forderungen der sieben führenden Industriestaaten.

Auch dränge China die G7-Staaten, ihre Zusage einzuhalten, sich in dem Inselstreit nicht auf eine Seite zu stellen, so der Sprecher. Es liege völlig in Chinas Souveränität, Einrichtungen auf seinen Inseln zu bauen. Auch sei die Freiheit der Navigation gesichert. Angesichts der schlechten Weltkonjunktur sollten sich die G7 lieber um Wirtschaftsfragen kümmern, "anstatt Streitigkeiten hochzuspielen", sagte der Sprecher.

Die G7-Außenminister hatten sich zum Abschluss ihrer Beratungen im japanischen Hiroshima besorgt über die Spannungen gezeigt und eine "friedliche" Beilegung angemahnt. Ohne China namentlich zu erwähnen, lehnten die G7-Minister entschieden jegliche "einschüchternden, zwangsweisen oder provokativen einseitigen Maßnahmen" ab, die den Status quo verändern könnten.

Vorwürfe gegen Japan

Ein scharfer Kommentar der chinesischen Staatsagentur Xinhua warf Japan vor, die G7-Präsidentschaft für seine Zwecke zu missbrauchen und sich im Südchinesischen Meer einzumischen, um Chinas Einfluss einzudämmen. Japan ist Gastgeber des diesjährigen Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der G7 am 26. und 27. Mai in Ise-Shima. Zu der Ländergruppe gehören neben Japan die USA, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien.

China streitet sich mit Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Außerdem beansprucht die Volksrepublik fast das gesamte Südchinesische Meer, was für Spannungen mit mehreren asiatischen Ländern - den Philippinen, Brunei, Malaysia, Vietnam und Taiwan - sorgt.

In den Seegebieten liegen Rohstoffvorkommen und wichtige Schifffahrtsrouten. Peking ließ unter anderem künstliche Inseln aufschütten, militärische Anlagen und Landebahnen bauen, um über diese Außenposten seine Ansprüche zu untermauern. "Damit schafft China neue Fakten und verändert den Status quo", hieß es aus diplomatischen Kreisen in Peking. Zuletzt hatten die USA China vorgeworfen, Kampfjets im Südchinesischen Meer stationiert zu haben.

Die USA wiesen Pekings Gebietsansprüche wiederholt zurück. Washington wirft China vor, mit der Aufschüttung die freie Schifffahrt in der Region zu bedrohen, durch die ein Drittel der weltweiten Erdöltransporte verlaufen. Peking wiederum wirft den USA eine Machtdemonstration im Pazifik vor. Tatsächlich entsandte das Pentagon zuletzt Kriegsschiffe in das Gebiet.

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anr/dpa

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joG 12.04.2016
1. Dass sich da eine. ...
.... Krise vorbereitet und eventuell ein Krieg ist kaum zu übersehen. Da ist das Niveau der Maßnahmen internationaler Organisationen und auch einzelner Länder wie Deutschland enttäuschend.
five-oceans-buccaneer, 12.04.2016
2. Frechheit Chinas
nimmt überhand und bisher konnten sie es sich leisten weill die ganze Welt den 'run' auf den grössten Markt gemacht hatte. Nur das Blatt wendet sich, so wie es in Japan kam, Korea, Taiwan etc. und jetzt kommt dazu, dass man erkennt, dass die Chinesen im Land selbst genug Probleme haben, der chinesische Markt eben auch nicht so viel zahlkräftige Kunden hat, fast alle Exportware Chinas ein Schrott darstellen, selbst ursprünglich EU und US Produktion nach China verlagert und schon ist der Qualitätsschwund da. Dann macht China eine Politik des Aufkaufens überall auf der Welt, nur müssen diese Investitionen sich längerfristig auch bezahlt machen und den ROI Return On Investment bringen, sonst ist eben alles wieder für die Katz... China kommt in eine Position in der es wirtschaftlich die ganze Welt gegen sich hat. Die gelben Brüder werden ganz schön bald vom hohen Ross heruntersteigen müssen. Denn etwas muss eben auch klar sein - wer sind denn die besten gutbezahlenden Kunden Chinas? Europa, USA, Japan. Und wenn die 'unzufrieden' werden, dann wird der Drache eben seinen Schwanz einziehen müssen...
veyrol75 12.04.2016
3. was muss hier groß berichtet werden?
"amerikanisches Militär ist gut, chinesisches ist böse". Dieser Satz hätte völlig ausgereicht. Was bilden sich eigentlich die Chinesen ein, vor ihrer Haustür Militär zu stationieren? Sie sollten doch wissen dass man erst die Amerikaner um Erlaubnis fragen muss. Schließlich gehören die USA ja auch mittlerweile faktisch den Chinesen (Stichwort: Staatsanleihen), da können sich diese so was nicht einfach herausnehmen. Wo kämen wir da hin? Ach so... dann müsste es ja umgekehrt sein. Ach egal... NUR das Imperium hat hat das Recht, auf der Welt (egal wo!) Streitkräfte zu stationieren. Und wir als EU und nibelungentreue Transatlantiker MÜSSEN jedes Fettnäpchfen applaudieren in das die USA tappen. Die USA stecken ihre Nase in jeden noch so entlegensten Winkel der Erde (um's mal ganz diplomatisch zu formulieren) und wir in der EU HABEN das gefälligst gut zu finden. Ich freu mich schon auf Präsidentin Clinton: da wird's endlich wieder Kriege geben!
chiefseattle 12.04.2016
4. seit dem Vietnam Krieg
unterhält China eine Basis auf den Paracel-Inseln. Das Ganze ist eine japanische Spitze - völlig unnötig. Oder wurden auch Guantánamo, Thule oder Gibraltar erwähnt?
derunbestechliche 12.04.2016
5. Was geht das die G7 an?
Die G7 (Nato-Staaten + Japan) sollen sich um Wirtschaftsfragen kümmern und sich nicht im Inselstreit im Südchinesischen Meer einseitig zugunsten Japans (und den USA) einmischen. Da aber Japan ein enger Verbündeter der USA ist, ist klar, dass das Format der G7 politisch missbraucht werden muss.
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