Südchinesisches Meer USA warnen China vor neuen Insel-Bauten

Aufgeschüttete Inseln, bebaute Riffe - China schafft im Streit um die Spratly-Gruppe Fakten. Nun verschärfen die USA den Ton: Weitere Baumaßnahmen werde man nicht hinnehmen.

Luftaufnahme einer Insel der Spratly-Gruppe
AP

Luftaufnahme einer Insel der Spratly-Gruppe


Seit Jahren schwelt der Streit zwischen den USA und China über militärische Aktivitäten im Südchinesischen Meer - nun spricht Washington eine deutliche Warnung aus. Man werde weitere Landaufschüttungen und Bauten auf umstrittenen Riffen nicht akzeptieren, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Samstag in Singapur.

"Ich hoffe, dass eine solche Entwicklung unterbleibt", so Carter bei der größten Sicherheitskonferenz Asiens, dem Shangri-La-Dialog. "Dies würde dazu führen, dass die USA und andere Staaten in der Region handeln." Wie genau diese "Handlungen" aussehen könnten, ließ er offen. Carter erklärte aber, dass China als Folge zunehmend isoliert dastehen könnte. Die chinesischen Aktivitäten bezeichnete er als Provokationen, die die Stabilität der Region gefährdeten.

Sechs Staaten, darunter Vietnam und die Philippinen, streiten in dem rohstoffreichen Seegebiet mit China um Gebiete. China beansprucht 80 Prozent, teils bis vor die Küsten der Nachbarstaaten.

Die Regierung in Peking hatte Ende 2014 begonnen, fünf Inseln der Spratlys im Südchinesischen Meer durch künstliche Landgewinnung um insgesamt etwa 200 Hektar zu vergrößern. Die Spratly-Inseln liegen an einer der wichtigsten Schiffshandelsrouten. Zudem werden dort große Vorkommen von Erdgas und Öl vermutet.

Umstrittene Inselgruppe
SPIEGEL ONLINE

Umstrittene Inselgruppe

Die China-Expertin des Instituts für Strategische Studien (IISS), Bonnie Carter, sagte dem Sender "Voice of America", die USA könnten etwa ihr Verteidigungsbündnis mit den Philippinen neu auslegen. Dann könnten sie China warnen, dass sie ihrem Partner beistehen - wo immer er angegriffen werde.

Der chinesische Admiral Sun Jianguo will sich an diesem Sonntag zu dem heiklen Thema äußern.

Manöver als Signal an Nordkorea geplant

Auch im Dauerkonflikt mit Nordkorea zeichnet sich auf dem Shangri-La-Gipfel eine Entwicklung ab - die die Spannungen allerdings kaum mindern dürfte. Wie Carter erklärte, halten die USA, Japan und Südkorea noch im Juni eine gemeinsame Militärübung ab.

"Mit dieser trilateralen Partnerschaft koordinieren wir unsere Reaktion auf die Provokationen aus Nordkorea", so der Minister. Es handele sich um eine Übung zur frühzeitigen Erkennung ballistischer Raketen. Die fortgesetzten "Provokationen" aus Pjöngjang bedrohten Stabilität und Wohlstand in der Region, sagte Carter.

Beim alljährlichen Shangri-La-Dialog treffen sich zum 15. Mal Verteidigungsminister, Militärangehörige und Sicherheitsexperten aus mehr als 50 Ländern. Die Konferenz ist nach dem Veranstaltungsort benannt, einem Luxushotel in dem asiatischen Stadtstaat.

jok/dpa/Reuters



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antares56 04.06.2016
1. Frage
Was haben die USA mit Inseln vor China zu tun? Sollen die Chinesen doch in ihrem Breich bauen was sie wollen! Die Rolle der USA als Weltpolizei/Weltherrscher ist lange vorbei!
demophon 04.06.2016
2. Harmlose Drohungen
---Zitat--- die USA könnten etwa ihr Verteidigungsbündnis mit den Philippinen neu auslegen. Dann könnten sie China warnen, dass sie ihrem Partner beistehen - wo immer er angegriffen werde. ---Zitatende--- Die Drohung klingt eher wie die eines zahn- und krallenlosen Papiertigers, da China gar nicht vorhat die Philippinen anzugreifen. Die KPChina ist seit Jahren dabei, die Seestreitkräfte auszubauen um ihren Expansionsdrang im südchinesischen Meer militärisch abzusichern. Sie wird sich von solchen harmlosen Drohungen der USA nicht von ihrem Kurs abbringen lassen, der wohl auch eher dem Wahlkampf zu Hause geschuldet ist, um die Demokraten nicht schwach aussehen zu lassen im Vergleich zu den härteren Tönen der Reps. Warum hat Obama die KP denn überhaupt so lange mit dem Aufbau ihrer militärischen Stützpunkte vor der Küste Vietnams gewähren lassen?!
arnok1955 04.06.2016
3. wenn man
sich die Landkarte ansieht, dann gehören diese kleinen zu Vietnam, Philippinen usw., aber garantiert nicht zu China!
eichenbohle 04.06.2016
4. Außer...
Zitat von antares56Was haben die USA mit Inseln vor China zu tun? Sollen die Chinesen doch in ihrem Breich bauen was sie wollen! Die Rolle der USA als Weltpolizei/Weltherrscher ist lange vorbei!
... das Kaspische Meer :) gehören wohl alle Meere zum Einflußgebiet und zur Sicherheitszone der USA. Hier eine ziemlich vollständige Liste der Interessengebiete der Gewässer: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Meere
bauklotzstauner 04.06.2016
5.
Zitat von arnok1955sich die Landkarte ansieht, dann gehören diese kleinen zu Vietnam, Philippinen usw., aber garantiert nicht zu China!
Vor allem aber nicht zu den USA! Aber diese führen sich auf, als würde ihnen alles dort gehören. Wenn ich sowas schon lese: "Verteidigungsbündnis neu definieren"! Also angreifen? Mit welchem Recht? Wie weit sind die USA vom südchinesischen Meer weg?
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