Integration Marokkanischer Muslim wird Bürgermeister von Rotterdam

Zum ersten Mal in der Geschichte der Niederlande wird ein eingewanderter Muslim Bürgermeister einer Großstadt: Der 47-jährige Ahmed Aboutaleb übernimmt in Rotterdam das höchste Amt.


Rotterdam - Vor wenigen Jahren gab es in Rotterdam noch antiislamische Krawalle, jetzt hat die niederländische Hafenstadt einen muslimischen Bürgermeister: Ahmed Aboutaleb, 47, wurde vom Parlament in der zweitgrößten niederländischen Stadt in das höchste politische Amt gewählt. Er war als Jugendlicher nach Holland gekommen und hat bis heute auch einen marokkanischen Pass.

Ahmed Aboutaleb: Rotterdams neuer Chef
AP

Ahmed Aboutaleb: Rotterdams neuer Chef

Der Beschluss, den die sozialdemokratische Mehrheit im Rotterdamer Stadtrat am Donnerstag durchsetzte, beherrschte am Freitag die politische Diskussion in den Niederlanden. Die Berufung eines bekennenden Muslims an die Spitze einer Großstadt sei ein "enormer Fortschritt in der nationalen Debatte über die Integration von Einwanderern", kommentierte die christlich-liberale Zeitung "Trouw".

Auf Kritik stieß die Entscheidung bei der rechtsliberalen Partei für Freiheit und Demokratie (VVD). Die Wahl eines Muslims mit zwei Pässen sei ein falsches Signal.

Aboutaleb hat bei der sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvdA) Karriere gemacht. Er ist zurzeit Staatssekretär für Arbeit und Soziales in der Koalitionsregierung aus Christ- und Sozialdemokraten in Den Haag. Seine Berufung zum Rotterdamer Stadtoberhaupt mit Wirkung vom 1. Januar 2009 muss durch das Innenministerium bestätigt werden, was jedoch als Formsache gilt.

als/dpa



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