Internationale Reaktionen Powell kritisiert, Putin gratuliert

Die Vorgänge in der Ukraine haben bei Regierungen in aller Welt Kritik hervorgerufen. Vor allem Politiker aus dem westlichen Ausland zweifeln den Ausgang der Präsidentschaftswahlen an und fordern eine Prüfung des Ergebnisses, nach dem sich der pro-russische Viktor Janukowitsch zum Sieger erklärt hatte.

US-Außenminister Colin Powell teilte am Abend mit, dass seine Regierung das Wahlergebnis nicht als legitim akzeptieren werde. Die Wahl habe keinen internationalen Standards entsprochen, sagte er in Washington. Powell warnte vor der Anwendung von jeglicher Gewalt gegen Demonstranten in der Ukraine.

Ebenso erklärte die stellvertretende kanadische Ministerpräsidentin Anne McLellan, ihre Regeierung werde das angekündigte Ergebnis nicht akzeptieren. Es gebe nicht den demokratischen Willen der Menschen in der Ukraine wieder.

Wahlbeobachter aus dem Ausland hatten Verstöße gegen demokratische Regeln ausgemacht. OSZE, EU und Nato hatten Beobachter entsandt, die bei den Wahlen deutliche Unregelmäßigkeiten entdeckt hatten.

EU-Kommissionspräisdent Jose Manuel Barroso warnte vor Konsequenzen für die Handelsbeziehungen und politischen Kontakte der Europäischen Union mit der Ukraine, wenn die Regierung nicht eine seriöse und objektive Prüfung der Wahl zulasse. Die Niederlande, die derzeit den EU-Vorsitz innehaben, kündigten die Entsendung von Nick Biegmann als bevollmächtigten Vertreter in die Ukraine an.

Der Gründer der polnischen Solidaritätsbewegung Lech Walesa hat sich nach Angaben seines Sohnes bereits am Dienstag auf dem Weg in die Ukraine gemacht, um in dem Konflikt zu vermitteln. Unterdessen gingen in der Hauptstadt Warschau viele Menschen auf die Straße, um gegen die Regierungsübernahme im Nachbarland zu demonstrieren.