Internationaler Protest Iran zögert mit Hinrichtung von Aschtiani

Vorsichtiges Aufatmen bei Menschenrechtlern im Fall Aschtiani: Nach Angaben der französischen Regierung steht die Hinrichtung der Iranerin nicht unmittelbar bevor. Teheran habe versichert, dass in dem Fall noch nicht das letzte Wort gesprochen sei.

Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani: Wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt
AFP/ Amnesty International

Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani: Wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt


Teheran/Paris - Die Steinigung der zum Tod verurteilten Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani steht offenbar nicht unmittelbar bevor. Der französische Außenministers Bernard Kouchner erklärte, die Frau werde nicht am Mittwoch hingerichtet. Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki habe ihm am Morgen versichert, dass in der Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen sei, sagte Kouchner.

Menschenrechtsaktivisten hatten am Dienstag die Besorgnis geäußert, Aschtiani könne noch am Mittwoch hingerichtet werden. Den Angaben zufolge hat das Oberste Gericht in Teheran die Vollstreckung der Todesstrafe genehmigt. Am Mittwoch hatte aber auch die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi, unter Berufung auf ihre eigenen Quellen in Iran vorsichtige Entwarnung gegeben. Die Uhrzeit für die Hinrichtungen sei für diesen Mittwoch bereits verstrichen. "Aber die Gefahr bleibt. Es kann immer passieren", ergänzte sie.

Von den Behörden in Iran gab es am Mittwoch offiziell weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Kouchner erklärte, er habe Iran im Gespräch mit Mottaki aufgefordert, Aschtiani zu begnadigen und die Menschenrechte zu achten. Er habe auch gefragt, warum der Rechtsanwalt der Iranerin und ihr Sohn inhaftiert seien.

Aschtiani wurde nach iranischen Angaben im Jahr 2006 in zwei verschiedenen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt. Im ersten Fall wurde sie wegen angeblicher Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann zum Tod durch den Strang verurteilt. Ein Berufungsgericht wandelte das Urteil 2007 in eine zehnjährige Haftstrafe um. Im zweiten Fall wurde sie wegen mehrfachen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt. Ihr Schicksal löste weltweit Empörung und Proteste aus. Im Juli wurde ihre Hinrichtung zunächst ausgesetzt.

mmq/AFP

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Seite 1
A&O 03.11.2010
1. wenn sie schon unsere Luft weg atmen.....
Zitat von sysopVorsichtiges Aufatmen bei Menschenrechtlern im Fall Aschtiani: Nach Angaben der französischen Regierung steht die Hinrichtung der Iranerin nicht unmittelbar bevor. Teheran habe versichert, dass in dem Fall noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,727035,00.html
...und wenn dann alle mal mit dem aufatmen fertig sind, kann man prima die internationalen Haftbefehle für diese islamistischen Verbrecher beantragen. Sobald einer diesen Unrechtsstaat verlässt, schupps weg nach Den Haag und ab für den Rest des Lebens. Anders wird denen sowieso nicht klar, dass ihre Positionen nicht konsensfähig sind.
stefanaugsburg 03.11.2010
2. Verstehen ?
Was soll man hier noch diskutieren, spätestens nach einer Stunde ist das Forum wieder dichtgemacht, da die üblichen Tiraden und Hasskommentare auf den Islam und seine 'Anhänger' losgehen. Fakt ist trotzdem, daß diese Art der Vermischung von Glauben & Politik in Ländern wie dem Iran oder auch diversen arabischen Staaten keine gute Mischung sind. Aburteilungen nach der Scharia, z.B. Tod durch Steinigen/Hängen bei Ehebruch - und das, obwohl ihr offizieller Ehemann sie wie den letzten Dreck behandelt hat, das hat schon etwas wirklich Menschenverachtendes an sich. Wieso müssen in muslimischen Ländern immer wieder die Frauen so leiden, während Männer meinen, über sie urteilen zu dürfen - weil es der Koran 'so will', gelobt sei Mohammed ? Das kann und will ich nicht verstehen ! Mein Traum wäre es, daß es einmal genau andersrum ist und Frauen über die Männner urteilen, in der gleichen Härte - wie schnell würden sich da die islamischen Betonköpfe 'wandeln' ....
Schalke 03.11.2010
3. ...
Zitat von stefanaugsburgWas soll man hier noch diskutieren, spätestens nach einer Stunde ist das Forum wieder dichtgemacht, da die üblichen Tiraden und Hasskommentare auf den Islam und seine 'Anhänger' losgehen. Fakt ist trotzdem, daß diese Art der Vermischung von Glauben & Politik in Ländern wie dem Iran oder auch diversen arabischen Staaten keine gute Mischung sind. Aburteilungen nach der Scharia, z.B. Tod durch Steinigen/Hängen bei Ehebruch - und das, obwohl ihr offizieller Ehemann sie wie den letzten Dreck behandelt hat, das hat schon etwas wirklich Menschenverachtendes an sich. Wieso müssen in muslimischen Ländern immer wieder die Frauen so leiden, während Männer meinen, über sie urteilen zu dürfen - weil es der Koran 'so will', gelobt sei Mohammed ? Das kann und will ich nicht verstehen ! Mein Traum wäre es, daß es einmal genau andersrum ist und Frauen über die Männner urteilen, in der gleichen Härte - wie schnell würden sich da die islamischen Betonköpfe 'wandeln' ....
Was ist denn "der" Islam? Vielleicht... ...das hier? Der Islam neben der eigentlichen Religion, die untrennbar (gemäß den heute gelten Dogmen) mit Politik und Kultur verbunden ist und als ganzes ein Wertesystem darstellt!? Oder vielleicht das hier? Die Scharia ist das Rechtssystem "des" Islam, das sich u. a. aus dem Koran und den Hadithen herleitet. Die Scharia ist das, was für uns das Strafgesetz- und das Bürgerliche Gesetzbuch sind. Weil die Männer das sagen haben. Patriachalisch-archaische Gesellschaftsstrukturen, die schon immer so waren und bis heute nicht hinterfragt werden. Wenn doch, dann gibts im Extremfall Peitschenhiebe, den Strick oder einen Haufen Steine vor den Latz. Sie wissen schon... Koran... Scharia... Hadithen... Sunna... Fiqh... schöne Stichworte für die Suchmaschine. Lesen bildet! Das einzige, was sich zu unseren Lebzeiten vermutlich wandeln wird ist der Umgang mit "dem" Islam und seinen Anhängern. Sie können und wollen NOCH nicht verstehen. Fragen Sie weiter, lesen Sie weiter, auch den Koran und Abn Waraq "Warum ich kein Muslim bin" und dann werden sie verstehen, was "der" Islam wirklich ist und welche Gefahr freizügigen und offenen Gesellschaften droht, die sich und den Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht ernst nehmen und alles in Multikulitbunti erscheint und Toleranz anderen gegenüber mit Gleichgültigkeit und Ignoranz verwechselt wird.
toledo, 03.11.2010
4. .....
Zitat von stefanaugsburgWas soll man hier noch diskutieren, spätestens nach einer Stunde ist das Forum wieder dichtgemacht, da die üblichen Tiraden und Hasskommentare auf den Islam und seine 'Anhänger' losgehen. Fakt ist trotzdem, daß diese Art der Vermischung von Glauben & Politik in Ländern wie dem Iran oder auch diversen arabischen Staaten keine gute Mischung sind. Aburteilungen nach der Scharia, z.B. Tod durch Steinigen/Hängen bei Ehebruch - und das, obwohl ihr offizieller Ehemann sie wie den letzten Dreck behandelt hat, das hat schon etwas wirklich Menschenverachtendes an sich. Wieso müssen in muslimischen Ländern immer wieder die Frauen so leiden, während Männer meinen, über sie urteilen zu dürfen - weil es der Koran 'so will', gelobt sei Mohammed ? Das kann und will ich nicht verstehen ! Mein Traum wäre es, daß es einmal genau andersrum ist und Frauen über die Männner urteilen, in der gleichen Härte - wie schnell würden sich da die islamischen Betonköpfe 'wandeln' ....
Ah was.. Noch kann man in diesem Land seine Meinung unverblümt sagen und auf irgendwelche 'Gefühle' religiöser Eiferer muss keine Rücksicht genommen werden. Das muss diese Steinzeitreligion abkönnen! Staats-Religionen die Menschen hinrichten sind noch schlimmer als andere Hinrichterstaaten auf dieser Welt, die sich wenigstens noch um kurze schmerzlose Tötungen bemühen! Sollte diese Frau doch gesteinigt werden, ist dies nur ein weiterer Beweis für die Unmenschlichkeit und Abartigkeit dieser Religion!
Gustav Struve 03.11.2010
5. Ignoranz
Mit einem solchen Regime, welches mißbrauchte Jugendliche aufhängt und beschuldigte Frauen steinigt, sollte kein europäischer Staat Wirtschaftsbeziehungen pflegen. Es ist einfach nur pervers und niederträchtig, wenn hierzulande ein wenig Empörung zur Schau gestellt wird und seine Exzellenz, der iranische Botschafter geachtet in Berlin sitzt, ohne daß er sich mit einer laut protestierenden deutschen Bevölkerung bzw. öffentlichkeit konfrontiert sieht. Die Ignoranz bestimmter politischer Kreise in Deutschland ist bemerkenswert. Es bleibt abzuwarten, wie die Lage in Deutschland in zwanzig Jahren sein wird.
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