Internet Handbuch für den Umgang mit Gefangenen in Guantanamo aufgetaucht

Im Internet veröffentlichte Vorschriften für Guantanamo sind nach Angaben des US-Militärs veraltet - aber nicht weniger brisant: So heißt es in dem Papier, neue Gefangene sollen in Isolation gehalten werden, damit sie bei Verhören gefügiger sind.

Miami - Das Handbuch zum Gefangenenlager in Guantanamo ist bereits viereinhalb Jahre alt - aber offenbar authentisch. Das bestätigte ein Sprecher des amerikanischen Militärs. Er betonte jedoch, dass es seitdem signifikante Änderungen an den Regeln gegeben habe. Die Vorschriften, die vom 27. März 2003 stammen, waren in der vergangenen Woche auf einer Website gepostet worden, die sich auf die anonyme Veröffentlichung von vertraulichen staatlichen Dokumenten spezialisiert hat.

Es ist ursprünglich als nicht-geheim eingestuft, jedoch nicht für die freie Verbreitung gedacht.

Auf 238 Seiten legt das Handbuch im Großen wie im Kleinen die Abläufe in dem Lager auf Kuba fest. Demnach sollen neue Gefangene die ersten zwei Wochen nach ihrer Ankunft in fast völliger Einsamkeit verbringen, um ihre Abhängigkeit zu den Verhörenden zu vergrößern.

Es wird angedeutet, dass einige Gefangene keine Besuche des Roten Kreuzes empfangen dürfen. Entsprechende Vorwürfe hatte das US-Militär stets zurückgewiesen. Ausdrücklich festgelegt sind in dem Regelwerk indes eine humanitäre Behandlung der Häftlinge und ein Verbot von körperlichen Strafen. Daneben enthält das Buch auch sehr detaillierte Anweisungen zum Alltagsablauf in Guantanamo. Wie etwa, dass neue Müllcontainer benutzt werden sollen, wenn alte voll sind.

anr/Reuters

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