Interview für Saddam-TV Arnett hält US-Strategie für gescheitert

Der US-Journalist und Pulitzerpreisträger Peter Arnett, ein Veteran unter den Kriegsberichterstattern, erklärte die Strategie des US-Militärs für verfehlt - und das ausgerechnet im irakischen Staatsfernsehen.


Peter Arnett: Ärger mit der US-Regierung programmiert
DPA

Peter Arnett: Ärger mit der US-Regierung programmiert

New York - Die USA haben nach Arnetts Meinung in ihrer Kriegsplanung die Entschlossenheit der irakischen Truppen falsch eingeschätzt. Die ursprüngliche Strategie der Amerikaner sei am irakischen Widerstand gescheitert, sagte Arnett in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des staatlichen irakischen Fernsehens. "Jetzt versuchen sie, einen anderen Kriegsplan zu entwerfen."

Arnett erhielt den Pulitzerpreis für seine Berichterstattung über den Vietnamkrieg und wurde weltberühmt als CNN-Reporter im Golfkrieg von 1991. Schon damals hatte sich Arnett, der heute für den US-Sender NBC in Bagdad ist, mit seinen Berichten über den Golfkrieg bei der ersten Regierung Bush nachhaltig unbeliebt gemacht. Er hatte unter anderem über einen alliierten Bombenangriff auf eine Fabrik berichtet, die nach seiner Darstellung Babymilch, nach der Version des Pentagon jedoch biologische Waffen herstellte. Die Regierung von George Bush senior beschuldigte Arnett daraufhin, Saddam Husseins Propaganda zu verbreiten.

Auch Arnetts Abschied von CNN erfolgte nicht in Frieden. 1998 moderierte er einen Beitrag, der die US-Streitkräfte beschuldigte, gegen ein Dorf im südostasiatischen Staat Laos Saringas eingesetzt zu haben, um amerikanische Deserteure zu töten. CNN feuerte wenig später zwei Mitarbeiter und zog den Beitrag zurück. Arnett verließ den Sender daraufhin.

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