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Krise in Libyen: Neue Gefechte um Bengasi

Foto: U.S. Navy/ Getty Images

Interview mit Rebellensprecher "Die internationale Gemeinschaft hat versagt"

Die libyschen Rebellen richten verzweifelte Appelle an die internationale Gemeinschaft. SPIEGEL-ONLINE-Reporter Jonathan Stock hat in Bengasi ein Kurzinterview mit Fateh Terbel geführt, Mitglied des provisorischen nationalen Übergangsrats.

SPIEGEL ONLINE: Herr Terbel, in Bengasi wird trotz der Uno-Sanktionen gekämpft, Gaddafis Armee kann jeden Moment die Stadt einnehmen. Was erwarten sie jetzt von der internationalen Gemeinschaft?

Terbel: Wir Libyer denken, dass die internationale Gemeinschaft versagt hat. Er hat schon so viele Verbrechen verantwortet, dieser Krieg gegen sein eigenes Volk ist ein weiteres. So wie sie jetzt mit ihm umgehen, ist es nicht akzeptabel. Sie haben Hilfe versprochen, es ist keine Hilfe gekommen.

SPIEGEL ONLINE: Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Terbel: Weil sie mit Gaddafi Geschäfte machen. Es ist beschämend, sie machen Geschäfte mit einem Kriminellen. Öl ist Ihnen wichtiger als Menschenrechte.

SPIEGEL ONLINE: Sie sind einer der führenden Rebellen, Mitglied des Nationalen Übergangsrates und werden in der Stadt als "Funke der Revolution" bezeichnet. Haben Sie Angst, mit Gaddafis Truppen vor der Tür?

Terbel: Nein. Früher unter Gaddafi, zu Zeiten des Abu-Muslim-Massakers, hatte ich mehr Angst. Die Umstände waren schlimmer. Jetzt habe ich mehr Hoffnung, das libysche Volk ist auf unserer Seite.

SPIEGEL ONLINE: Wie wird sich die Situation in der Stadt weiterentwickeln?

Terbel: Das ist nur eine Medienshow von Gaddafi, damit er zeigen kann, dass seine Truppen die Stadt erobert hätten. Er wird sich zurückziehen.

SPIEGEL ONLINE: Was werden sie mit Ihnen tun, wenn sie geschnappt werden?

Terbel: (Zeigt mit der Hand, wie ihm der Kopf abgetrennt wird).