IOC Olympische Spiele werden Menschenrechte in China verbessern

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) setzt auf Veränderungen in China nach den Olympischen Spielen. IOC-Präsident Jacques Rogge ist davon überzeugt, dass sich durch die Veranstaltung 2008 in Peking die Menschenrechte in China verbessern werden.

Montreal - "Die Chinesen gehen selbst davon aus, dass die Spiele zum sozialen Wandel in ihrem Land führen werden", sagte Rogge in Montreal. Nicht nur er teile die Ansicht, dass von diesem Umdenken auch die Menschenrechte profitieren würden, fügte Rogge hinzu.

Die neue politische Führung in China wisse, dass es in der Frage der Menschenrechte "noch Einiges zu tun gebe", sagte das deutsche IOC-Mitglied Thomas Bach im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Bach rechnet ebenfalls mit Verbesserungen durch die Olympischen Spiele. Schließlich werde das Land 2008 im "Fokus der Weltöffentlichkeit stehen". Auch die Olympischen Spiele 1988 im südkoreanischen Seoul hätten den Übergang von einer rigiden Militärdiktatur zu einem demokratischen System befördert, sagte Bach. Zu der Frage, welche Verbesserungen bei den Menschenrechten das IOC wünscht, äußerte sich Bach nicht. "Wir sind keine politische Organisation."

Wie sehr die politische Führung in China die Rechte der Bürger unterdrückt, geht aus dem Jahresbericht 2004 der Menschenrechtsorganisation amnesty international hervor. Dort ist von "unvermindert schweren Menschenrechtsverletzungen" die Rede. Tausende Frauen und Männer seien im Berichtsjahr zum Tode verurteilt oder hingerichtet worden. Selbst bei Straftaten ohne Gewalteinwirkung wie Steuerhinterziehung oder Zuhälterei wurden demnach Todesurteile vollstreckt. In Gefängnissen und weiteren staatlichen Einrichtungen werde mit Tritten, Schlägen, Elektroschocks sowie Schlaf- und Nahrungsentzug gefoltert. "Inhaftierten Frauen drohten außerdem sexuelle Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung", berichtet amnesty international.

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