Wahlkampf in den USA Alle Augen auf Iowa

Iowa kommt für die US-Wahl 2020 besondere Bedeutung zu. Die Demokraten buhlten dort nun um Stimmen. Joe Biden bekam schlechte Nachrichten. Und Donald Trump will in dem Staat einen wichtigen Vertrag mit China unterzeichnen.
Joe Biden in Iowas Hauptstadt Des Moines: Gemeinsam mit weiteren Präsidentschaftsbewerbern der Demokraten trat der Ex-Vizepräsident in der Wells Fargo Arena auf

Joe Biden in Iowas Hauptstadt Des Moines: Gemeinsam mit weiteren Präsidentschaftsbewerbern der Demokraten trat der Ex-Vizepräsident in der Wells Fargo Arena auf

Foto: Scott Olson/ AFP

Im kommenden Februar ist es so weit, dann findet in den USA die erste Vorwahl über den demokratischen Präsidentschaftskandidaten statt - und zwar traditionell im Bundesstaat Iowa. Mit einem Sieg dort oder zumindest einem überraschend gutem Abschneiden könnten die Bewerber die Weichen für ihre Kandidatur stellen. Deswegen umwerben die demokratischen Präsidentschaftsbewerber die Wähler in Iowa seit Monaten.

Nun traten 13 Bewerber der Demokraten erneut in dem Staat auf - und versprachen vor Tausenden jubelnden Anhängern unter anderem, US-Präsident Donald Trump bei der Wahl 2020 aus dem Weißen Haus zu jagen. "Angst und Selbstzufriedenheit gewinnen keine Wahlen", sagte zum Beispiel Senatorin Elizabeth Warren in Des Moines, "Hoffnung und Mut gewinnen Wahlen".

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Auch der Texaner Beto O'Rourke hätte eigentlich bei dem "Liberty and Justice"-Event in Iowas Hauptstadt auftreten sollen. Er verkündete aber kurz vor dem geplanten Termin seinen Ausstieg aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Die Umfragewerte des 47-jährigen Ex-Kongressabgeordneten hatten in den vergangenen Monaten stagniert, das Eintreiben von Spendengeldern wurde schwieriger.

Schlechte Nachrichten für Joe Biden

In den Umfragen liegt der frühere Vizepräsident Joe Biden im Kandidatenfeld der Demokraten weiter vorne. Sein Vorsprung ist zuletzt aber geschmolzen. Auch im Schlüssel-Bundesstaat Iowa verlor er weiter an Boden: In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage von "New York Times" und Siena College  lagen nicht nur die Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders vor Biden. Er wurde auch von dem 37-jährigen Kommunalpolitiker Pete Buttigieg überholt, der vor einem Jahr noch relativ unbekannt war.

Im Durchschnitt mehrerer Umfragen, den die Website "RealClearPolitics"  errechnete, liegt Warren in Iowa mit einer Zustimmungsrate von 22,3 Prozent vorn, gefolgt von Buttigieg mit 17 Prozent und Biden mit 15,7 Prozent. Für den Stellvertreter des früheren Präsidenten Barack Obama bedeutet dies einen deutlichen Absturz: Mitte September war der 76-Jährige in dem ländlichen Bundesstaat im Mittleren Westen noch auf 28,5 Prozent gekommen.

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Danach wurde Bidens Image allerdings durch die Ukraineaffäre erschüttert. Dabei geht es um die Forderung von Trump an den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj, nach belastendem Material gegen Biden und dessen Sohn Hunter zu suchen. Die Demokraten haben in der Affäre inzwischen Impeachment-Ermittlungen gegen Trump eingeleitet.

Der sogenannte Iowa Caucus am 3. Februar 2020 ist der erste große Stimmungstest vor der Präsidentschaftswahl im November desselben Jahres. Nach zahllosen Umfragen sprechen dort dann erstmals die Wähler.

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Trump will Handelsdeal mit China in Iowa unterzeichnen

Auch Trump brachte Iowa am Freitag in die Schlagzeilen. Seinen Angaben zufolge könnte das geplante Teil-Handelsabkommen zwischen den USA und China in den Vereinigten Staaten unterzeichnet werden. Das sei auch für Chinas Präsident Xi Jinping in Ordnung, sagte Trump. Für den Anlass würden derzeit verschiedene Örtlichkeiten geprüft, sagte Trump - und nannte konkret Iowa. Der Staat würde sich demnach anbieten, weil es in dem Abkommen auch um den Ankauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch China gehe.

Wenige Stunden zuvor hatten Regierungsvertreter beider Seiten erklärt, man stehe kurz vor einem Abschluss des Teilabkommens. Trump sagte dazu: "Wir machen viele Fortschritte." Sein Wirtschaftsberater Larry Kudlow hatte zuvor erklärt, mehrere Kapitel - jene zu Agrarprodukten, Finanzdienstleistungen und Währungsfragen - seien "praktisch fertig". An anderer Stelle gebe es große Fortschritte.

Aus dem chinesischen Handelsministerium hieß es, beide Seiten hätten konstruktive Gespräche geführt und eine "Einigung auf Grundsätze" erreicht. In dem Handelsstreit überziehen sich die beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt seit über einem Jahr gegenseitig mit milliardenschweren Sonderzöllen.

Das US-chinesische Abkommen sollte ursprünglich am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) Mitte November in Santiago de Chile unterzeichnet werden. Wegen schwerer Proteste in Chile sagte die Regierung den Gipfel jedoch ab.

aar/dpa/AFP