Ex-IRA-Aktivist Sinn-Fein-Parteichef Gerry Adams festgenommen

Der ehemalige IRA-Aktivist Gerry Adams wird von der Polizei verhört: Es geht um den Mord an der zehnfachen Mutter Jean McConville vor 40 Jahren. IRA-Veteranen belasten den Abgeordneten schwer: Er habe den Befehl zum Mord gegeben.

Sinn-Fein-Chef Gerry Adams: Polizei befragt Ex-IRA-Aktivist zu Mord
AP/dpa

Sinn-Fein-Chef Gerry Adams: Polizei befragt Ex-IRA-Aktivist zu Mord


Belfast - Der Chef der nationalistischen Sinn-Fein-Partei in Nordirland, Gerry Adams, ist nach Parteiangaben am Mittwochabend festgenommen worden. Adams werde zu einem Mordfall von 1972 verhört, teilte die Sinn Fein mit. Es geht um die damals 37-jährige Jean McConville, die 1972 entführt und ermordet worden war.

Adams habe der nordirischen Polizei bereits vor einem Monat mitgeteilt, dass er bereit sei, im Fall McConville auszusagen, teilte die Sinn Fein mit. Die Sinn Fein ist der politische Arm der nordirischen Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA), die drei Jahrzehnte lang gewaltsam für den Anschluss Nordirlands an die mehrheitlich katholische Republik Irland kämpfte, bevor sie 2005 offiziell die Abkehr von der Gewalt verkündete.

Die zehnfache Mutter McConville wurde aus ihrer Wohnung im Westen von Belfast entführt. Ihre Leiche wurde 2003 durch Zufall am Strand in County Louth gefunden. Erst 1999 hatte die IRA die Verantwortung für den Mord übernommen - McConville sei eine Spionin gewesen.

Adams bestreitet jede Mitverantwortung in dem Fall. Er bezeichnete die Ermordung McConvilles als "schwerwiegende Ungerechtigkeit". "Ich bin in jeder Hinsicht unschuldig, was die Entführung, Ermordung oder Bestattung von Frau McConville angeht", erklärte Adams.

Von zwei ehemaligen IRA-Aktivisten war Adams zuvor schwer belastet worden: Einer von ihnen hatte sogar ausgesagt, Adams habe den Befehl zu der Ermordung gegeben.

mia/dpa



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