Irak 17 Tote bei Selbstmordanschlag auf Polizeibewerber

Vor der Polizeidirektion im irakischen Sindschar hat ein Mann einen Sprengstoffgürtel gezündet - er riss 16 Menschen mit in den Tod, die sich dort gerade bewerben wollten. Ein weiterer Selbstmordattentäter bei Mossul brachte zwei Soldaten um.


Bagdad - Sie wollten sich gerade um Arbeit bei der Polizei bewerben, als ein Selbstmordattentäter am Donnerstag seinen Sprengstoffgürtel zündete. Mindestens 16 Männer starben. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, der Attentäter habe sich vor der Polizeidirektion der Ortschaft Sindschar in der nördlichen Provinz Ninive in die Luft gesprengt. 18 weitere Menschen seien verletzt worden.

Ein weiterer Selbstmordattentäter hat am Donnerstag zwei Soldaten mit in den Tod gerissen. Der Mann saß in einem am Straßenrand geparkten Polizeiwagen in der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul - als eine Patrouille der Schnellen Eingreiftruppe der irakischen Armee vorbeifuhr, brachte er einen darin versteckten Sprengsatz zur Explosion. Das meldete die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak.

Die Sondereinheit war in die 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Stadt geschickt worden war, um dort bei einer Offensive gegen Qaida-Terroristen zu helfen.

Nach irakischen Presseberichten vom Donnerstag hat das Innenministerium in Bagdad seit Jahresbeginn bereits 7500 Polizisten wegen Befehlsverweigerung, Abwesenheit vom Dienst oder Korruption entlassen. Unter den Entlassenen seien auch Offiziere, zitierte eine Zeitung einen hochrangigen Ministerialbeamten.

Derweil macht der schiitische Prediger Muktada al-Sadr mobil gegen das geplante Abkommen zwischen den USA und dem Irak, mit dem die Modalitäten für den Verbleib der US-Truppen im Irak nach Ablauf des Uno-Mandats geregelt werden sollen. "Dieses Abkommen ist nicht im Interesse des irakischen Volkes", hieß es in einer Erklärung al-Sadrs, die am Mittwochabend in der schiitischen Pilgerstadt Kerbela veröffentlicht wurde.

Darin ruft er die Iraker auf, jede Woche nach dem Freitagsgebet Protestkundgebungen gegen dieses Abkommen abzuhalten. Laut Außenminister Hoschiar Sebari soll die Vereinbarung im kommenden Juli unterzeichnet werden. Das Mandat der Vereinten Nationen für die ausländischen Truppen gilt noch bis zum Jahresende.

fat/dpa/AFP

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