Irak 25 Tote bei Überfall auf sunnitisches Dorf

In einem Dorf in der Nähe von Bagdad haben Bewaffnete in Militäruniformen drei Häuser überfallen und 25 Menschen erschossen. Die Opfer wurden mit Handschellen gefesselt und regelrecht hingerichtet. Einige sollen einer Bürgerwehr angehören, die gegen al-Qaida kämpft.


Bagdad - Der Überfall ereignete sich am späten Freitagabend in einem überwiegend von Sunniten bewohnten Dorf in der Region Arab Dschabur, rund 25 Kilometer südlich von Iraks Hauptstadt Bagdad. Bewaffnete in irakischen Militäruniformen erschossen 25 Menschen. Unter den Opfern hätten sich auch Frauen und Kinder befunden, sagte der Sprecher der städtischen Sicherheitsbehörden, Generalmajor Kassim al-Mussawi, am Samstag.

Die als Soldaten getarnten Täter seien mit mehreren Fahrzeugen vorgefahren, die denen des Militärs ähnelten, und dann in die Häuser gestürmt. Polizeikreisen zufolge fesselten sie ihre Opfer mit Handschellen und schossen ihnen anschließend in den Kopf. Nach Angaben Mussawis ließen sie lediglich sieben Menschen am Leben. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Opfer gehörten drei Familien an.

Mussawi zufolge waren unter den Opfern Angehörige der Sicherheitskräfte sowie Mitglieder der "Söhne des Irak" - einer Gruppe früherer sunnitischer Extremisten, die sich später dem Kampf der Regierung und der US-Truppen gegen al-Qaida anschlossen.

Die Behörden riegelten die Gegend ab und suchten unterstützt von Hubschraubern nach den Tätern. Bislang wurden 25 Verdächtige festgenommen.

sidu/apn/Reuters/dpa



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