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Ermordete Rekruten im Irak 27 Männer wegen IS-Massakers zum Tode verurteilt

Die Morde auf der Militärbasis Camp Speicher im Irak vor drei Jahren gelten als eines der schlimmsten IS-Verbrechen jemals: Für ihre Beteiligung an den Taten erhielten mehrere Männer nun die Höchststrafe.

Ein irakisches Gericht hat 27 Menschen wegen des Massakers an Armeerekruten zum Tode verurteilt. Bei den Morden, die die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Sommer 2014 auf der Militärbasis Camp Speicher bei Tikrit begangenen hatte, starben Hunderte Menschen.

Der IS hatte sich im Juni 2014 nach seinem Vormarsch im Irak selbst damit gebrüstet, nahe der Stadt Tikrit 1700 Rekruten der Armee erschossen zu haben. Die Islamisten hatten damals behauptet, die Soldaten seien von der Militärbasis Camp Speicher geflohen und hätten sich den Extremisten ergeben. Später wurden im Internet Bilder veröffentlicht, die zeigen, wie die aufgereihten Soldaten erschossen wurden.

Irakische Behörden entdeckten nach der Befreiung der Stadt mindestens 14 Massengräber, in denen Opfer der Erschießungen begraben worden waren. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch schätzte die Zahl der Getöteten auf bis zu 770. Im vergangenen Jahr wurden bereits 36 Verurteilte wegen ihrer Beteiligung an den Morden gehängt.

Das Massaker hatte im Irak scharfe Kritik an der Regierung und der Armee ausgelöst. Angehörige der Opfer hatten 2014 das Parlament in Bagdad gestürmt und gefordert, die verantwortlichen Offiziere zur Rechenschaft zu ziehen. Denn einige ranghohe Soldaten sollen vor dem Massaker vor dem IS geflohen sein und die unbewaffneten Rekruten zurückgelassen haben.

mho/dpa