Irak Luftwaffe bombardiert Scharia-Gericht der Terrormiliz IS

Im Nordirak setzt die Regierung ihr Vorgehen gegen die IS-Miliz fort. Bei einem Luftangriff irakischer Kampfjets starben mehr als 50 Menschen. Ziel der Attacke war ein besonderes Gefängnis: Die Extremisten hatten es zu einem Scharia-Gericht umfunktioniert.
Zerstörungen in Mossul (Bild vom 4. August): Irakische Luftwaffe setzt Angriffe fort

Zerstörungen in Mossul (Bild vom 4. August): Irakische Luftwaffe setzt Angriffe fort

Foto: Str/ dpa

Mossul/Bagdad - Im Kampf gegen die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) hat der Irak bei einem Luftangriff im nördlich gelegenen Mossul mehrere Dutzend Menschen getötet. Im Zentrum des Angriffs stand Angaben der Luftwaffe zufolge eine Gerichtsverhandlung der IS. 60 Menschen sollen demnach ums Leben gekommen sein.

Die BBC  sprach von mindestens 50 Toten in der von Aufständischen unter Kontrolle gebrachten Stadt. Auf seiner Internetseite berichtete der Sender unter Berufung auf einen staatlichen irakischen Fernsehsender, dass der Luftangriff gleichzeitig rund 300 festgehaltene Menschen befreit haben soll. Demzufolge wurden sie von der IS in einem Gefängnis eingesperrt, das die Extremisten als eine Art Gerichtssaal und Internierungslager benutzt hatten. Zeugen aus Krankenhäusern bestätigten diese Praxis. Laut einem Armeesprecher wurde bei dem Luftangriff auch der Richter der Islamisten getötet.

In ihrem Herrschaftsgebiet setzen die Islamisten sogenannte Scharia-Gerichte zur Bestrafung ein - für die "Verurteilten" bedeutet dies oft Folter, Misshandlung oder Enthauptung.

Mit den Angriffen ihrer Kampfflieger will die irakische Regierung um Ministerpräsident Nuri al-Maliki den kurdischen Kämpfern unter die Arme greifen. Nach den militärischen Erfolgen der IS haben kurdische Milizen zum Gegenschlag gegen die Extremisten ausgeholt. Unterdessen will der irakische Regierungschef trotz massiven Widerstands weiter an der Macht festhalten. Wer gegen den "Kontext der Verfassung" verstoße, der zünde im Irak "das Höllenfeuer" an und verletze den Willen des Volkes, sagte Maliki am Mittwoch in seiner wöchentlichen Fernsehansprache.

In der Hauptstadt Bagdad wurden am Mittwoch ebenfalls 50 Menschen getötet: In schiitischen Stadtteilen explodierten mehrere Autobomben.

daf/AP/rtr
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.