Irak Alawi will Aufstand mit neuem Sicherheitsdienst niederringen

Iraks Ministerpräsident Ijad Alawi hat neue Maßnahmen für den Kampf gegen den Terror im Land angekündigt. Zentrales Instrument soll eine neue Sicherheitstruppe sein.

Bagdad - Unter dem Eindruck neuer Anschläge erklärte Alawi, seine Regierung werde auf keinen Fall mit Terroristen verhandeln. Der neue Dienst, das Generaldirektorat für Sicherheit, werde terroristische Gruppen vernichten.

Alawi sagte weiter, er habe Bangladesch, Indien, Pakistan und Marokko gebeten, Soldaten für die multinationale Truppe in Irak zur Verfügung zu stellen. Der Ministerpräsident bekräftigte, dass im Kampf gegen den Terrorismus auch eine Wiedereinführung der Todesstrafe erwogen werde, die während der Besatzung ausgesetzt worden war. "Wir brauchen Sanktionen, die dem Ausmaß dieser Verbrechen entsprechen", sagte er. Die Regierung plane jedoch auch eine Amnestie für einige Aufständische, die in der kommenden Woche verkündet werden solle.

Am Tag der Erklärung Alawis ereigneten sich mehrere Anschläge. Bei der Explosion einer Autobombe in der westirakischen Stadt Haditha wurden zehn Menschen getötet und 27 weitere verletzt. Unter den Getöteten waren nach offiziellen Angaben drei Polizisten. Der Anschlag galt offenbar dem Polizeipräsidium, wie ein Sprecher des irakischen Innenministeriums mitteilte.

Etwa 100 Kilometer südlich von Kirkuk eröffneten bewaffnete Männer das Feuer auf einen Wagen des Außenministeriums. Darin saßen fünf Mitarbeiter des Ministeriums, einer von ihnen wurde getötet, zwei weitere wurden verletzt. Außenminister Hoschjar Sebari saß nicht in dem Fahrzeug. Eine weitere Autobombe explodierte fünf Kilometer westlich von Kerbela und tötete die beiden Insassen des Wagens. Beim Einschlag einer Rakete wurden in Kirkuk vier Menschen getötet und drei weitere verletzt.

Auch Ölpipelines wurden abermals zum Ziel von Saboteuren. Im Süden bohrten Unbekannte Löcher in eine Pipeline, die Behörden vermuteten Schmuggler als Urheber. Die Ölexporte wurden nach offiziellen Angaben nicht beeinträchtigt. Im Norden des Landes wurde eine Pipeline, die zur Raffinerie Beidschi führt, von einer Explosion beschädigt.

Auf der Pressekonferenz kündigte Alawi auch seine erste Auslandsreise an. Er wolle zunächst Ägypten, Jordanien, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Libanon, Saudi-Arabien und Kuwait besuchen, sagte er. Im Herbst werde er dann in die USA und nach Europa reisen.

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