Irak Alliierte Truppen unter Beschuss

Blutiger Sonntag im Irak: Bei schweren Gefechten zwischen US-Truppen und Kämpfern von Schiitenführer Muktada al-Sadr starben heute mindestens 34 Iraker. Am Abend erschütterte eine Explosion ein Hotel in Bagdad.


Bagdad - Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira berichtete von der Explosion in der irakischen Hauptstadt, bei der es mehrere Verletzte gegeben haben soll. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

In weiten Teilen des Landes standen Koalitionstruppen heute unter Feuer: Britische Soldaten wehrten in Basra und Amarah die Miliz al-Sadrs ab. Zu den schwersten Auseinandersetzungen kam es im Bagdader Elendsviertel Sadr-City. Die Aufständischen griffen Polizeistationen an und errichteten Straßensperren, wie US-Brigadegeneral Mark Kimmitt sagte. US-Truppen rückten an und töteten 18 der Rebellen. Zur gleichen Zeit hätten Bewaffnete einen US-Konvoi im Westen der Stadt angegriffen. Beim anschließenden Gefecht wurden nach Angaben Kimmitts drei irakische Polizisten, zwei Zivilpersonen und ein Angreifer getötet.

Unbekannte töteten den Vizegouverneur der südirakischen Provinz Samawa und drei seiner Leibwächter. Wie ein Polizeioffizier berichtete, wurden Faris Azmi und seine drei Begleiter in der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Hilla erschossen. Die Provinz Samara, in der Soldaten der japanischen Armee stationiert sind, gehörte bislang zu den ruhigeren Regionen des Irak.

Erstmals stießen die US-Streitkräfte mit Panzern ins Stadtzentrum der heiligen Stadt Kufa vor. 500 Meter vor der zentralen Moschee wurden sie von der Mahdi-Miliz al-Sadrs gestoppt. Bei den Kämpfen wurden nach Krankenhausangaben zwei Zivilpersonen getötet und zehn Personen, darunter zwei Kinder, verletzt.

In Basra versammelten sich am Samstag hunderte maskierte Kämpfer in den Straßen und griffen britische Patrouillen an. Eine Rakete wurde auf deren Hauptquartier abgefeuert, der Sitz des Gouverneurs kam unter Beschuss. Bei den Gefechten wurden nach britischen Angaben mindestens zwei Iraker getötet und drei Soldaten verletzt.

Nach einem Mörserangriff auf britische Truppen griffen Kampfhubschrauber am Sonntag nach Augenzeugenberichten die Stadt Amarah an. Dabei seien vier Einwohner getötet worden, darunter ein acht Monate altes Kind. Der britische Militärsprecher Ian Clooney erklärte dagegen, es habe keine Hubschrauberangriffe in Amarah gegeben. In der Stadt waren bei Gefechten am Samstag neun Aufständische ums Leben gekommen.

Nach den neuerlichen Angriffen verstärkten die Besatzungstruppen ihre Einsätze gegen al-Sadrs Bewegung. In Nassirijah wurde sein dortiger Gesandter Scheich Moajad el Assadi verhaftet. Der Kleriker selbst hat sich in Nadschaf verschanzt. Im Industrieviertel der Stadt kam es am Sonntag zu vereinzelten Gefechten.

In Mossul im Norden des Landes wurde ein US-Soldat bei einem Granatangriff getötet, ein weiterer wurde verletzt. Ein polnischer Soldat kam bei der Explosion einer Sprengfalle nahe der Stadt Imam ums Leben.

Bei einem Bombenanschlag auf das Haus eines irakischen Polizisten nördlich von Bagdad wurden drei Menschen getötet. Im Westen der Hauptstadt kam es auf einem Markt zu einer Explosion, als Polizisten versuchten, zwei bei einem Stand entdeckte Sprengsätze zu entschärfen. Mindestens vier Iraker wurden getötet und 17 weitere verletzt.

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