Irak Merkel lehnt eigenen Staat für die Kurden ab

In einem Referendum forderten Kurden im Nordirak mit großer Mehrheit einen unabhängigen Staat. Kanzlerin Merkel hat sich jedoch dagegen ausgesprochen - und einen anderen Wunsch.

Angela Merkel
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Angela Merkel


Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt einen separaten Kurdenstaat auf dem Gebiet des Irak ab. "Ich bin für die territoriale Einheit des Irak", sagte sie bei einem Besuch im niedersächsischen Goslar. "Ich glaube nicht, dass es dem Frieden in der Region diente, wenn es einen eigenen Kurdenstaat gäbe", fügte die Regierungschefin hinzu.

Merkel plädierte stattdessen für eine möglichst große Autonomie der Kurden. "Die Kurden müssen faire Bedingungen bekommen im Irak."

Im September 2017 hatten sich nordirakische Kurden in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit vom Rest des Landes ausgesprochen. Die irakische Regierung in Bagdad lehnt einen Kurdenstaat auf ihrem Territorium jedoch ebenso ab wie die Türkei. Die kurdische PKK, die von Ankara als Terrororganisation angesehen wird, hat Rückzugsgebiete im Irak.


Anmerkung: In einer früheren Version hieß es, das Referendum habe im September 2018 stattgefunden. Tatsächlich war es ein Jahr früher. Wir haben die Stelle korrigiert.

als/dpa



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