Irak-Angriff Bomben verschonen chinesische Arbeiter

Die amerikanischen Luftangriffe auf den Irak waren offenbar zeitlich exakt vorbereitet. Wie ein US-Militär berichtet, nahmen die Vereinigten Staaten bei der Bombardierung Rücksicht auf mehrere Chinesen, die sich zu der Zeit im Irak aufhielten.


Irak-Karte: US-Bomben-Angriff
AP

Irak-Karte: US-Bomben-Angriff

Washington - Nach Angaben eines hochrangigen amerikanischen Armeeangehörigen war der Zeitpunkt der Militäraktion so gewählt, dass die chinesischen Arbeiter nicht getötet oder verletzt wurden. Die Männer verlegten im Irak Glasfaser-Kabel, die die Effektivität der irakischen Luftabwehr steigern sollten, hieß es. Die Aussage des Militärs deckt sich mit einem Bericht der "Washington Post".

Ein möglicher Grund für die Rücksichtnahme der Amerikaner sind offenbar die Spannungen zwischen beiden Ländern, die es während des Kosovo-Konfliktes gab. Im Mai 1999 hatten amerikanische Kampfflugzeuge beim Nato-Krieg gegen Jugoslawien die chinesische Botschaft in Belgrad bombardiert. Dabei kamen drei Chinesen ums Leben. Der Vorfall hatte die amerikanisch-chinesischen Beziehungen schwer belastet. China hatte von einem vorsätzlichen Angriff gesprochen.

Das "Wall Street Journal" bezeichnete am Dienstag den Einsatz der Chinesen im Irak am Dienstag als klaren Verstoß gegen die Uno-Sanktionen. Es sei unmöglich, das China für eine solche Tätigkeit die offizielle Genehmigung bekommen habe, zitiert die Zeitung einen Uno-Angehörigen.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.