Kampf gegen IS Menschenrechtler werfen Irak Verbrechen an Zivilisten vor

Der "Islamische Staat" ist für sein brutales Vorgehen bekannt. Doch im Kampf gegen die Terrorgruppe soll auch die irakische Armee Verbrechen an Zivilisten begangen haben. Laut Human Rights Watch gibt es sogar Hinweise auf Hinrichtungen.

Irakische Soldaten im Gefecht mit IS-Kämpfern: Von beiden Seiten traktiert
REUTERS

Irakische Soldaten im Gefecht mit IS-Kämpfern: Von beiden Seiten traktiert


Bagdad - Während ihres Kampfes gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat (IS)" sollen irakische Truppen und Milizen zahlreiche Kriegsverbrechen an Zivilisten verübt haben. Tausende Einheimische seien in den vergangenen Monaten im Westirak vertrieben oder gar entführt worden, berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Sonntag unter Berufung auf Augenzeugen. Häuser seien in Brand gesteckt worden; auch auf Hinrichtungen gebe es Hinweise.

Bei den Zivilisten handelt es sich laut HRW um sunnitische Iraker aus der Provinz Dijala. Die Region war im Juni von IS-Kämpfern überrannt worden; seither kämpfen irakische Soldaten und freiwillige Milizen gegen die Dschihadisten. Bei den Milizionären handelt es sich vor allem um Schiiten.

"Die irakischen Zivilisten werden erst vom IS traktiert, später dann noch mal von den regierungstreuen Milizen, die die Region zurückerobern", sagt Joe Stork, Nahost-Beauftragter von HRW.

Insgesamt sind der Organisation zufolge mindestens 3000 Zivilisten aus Dijala vertrieben und später an einer Rückkehr gehindert worden. Viele ihrer Häuser seien angezündet und zerstört worden. Augenzeugen berichten zudem von Schüssen und Entführungen. Ende Januar verschwanden 72 Menschen aus dem Dorf Barwana. HRW untersucht gegenwärtig, ob sie Opfer einer Massenexekution wurden.

dab/dpa

insgesamt 19 Beiträge
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kuac 15.02.2015
1.
Kollateralschaden, siehe Drohnentote. Im Kampf gegen den Terrorismus ist das eine bereits akzeptierte Vorgehensweise.
Peter St. Marc 15.02.2015
2. Ja sicher,
jetzt sind auf einmal die IS-Bekämpfer die Doofen. Human Rights Watch, Ihr seid die Größten.
ClausWunderlich 15.02.2015
3.
DAS ist in einem Krieg nun mal so und keine Seite kann sich davon ausnehmen. Wie war das noch mit den Bomben auf die Tanklaster in Afghanistan. Hier hat die Bundeswehr auch Zivilisten getötet und darunter waren auch viele Kinder und Jugendliche.
RadioLA 15.02.2015
4. Unfug!
Zitat von Peter St. Marcjetzt sind auf einmal die IS-Bekämpfer die Doofen. Human Rights Watch, Ihr seid die Größten.
Es geht hier ja gerade nicht um das Töten von IS-Kämpfern, sondern um Übergriffe gegen Zivilisten. Vielleicht sollten Sie den Artikel erst einmal lesen, bevor Sie Ihrem Beißreflex nachgeben.
HighFrequency 15.02.2015
5.
Vielleicht handelt es sich ja um IS-Mordbrenner, die schnell zu "Zivilisten" wurden, als die Gegenwehr zu massiv wurde. Wer kann und will das schon von hier aus beurteilen...
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