Irak Australier erschossen aus Versehen Leibwächter

Australische Soldaten haben aus Versehen einen Leibwächter des irakischen Handelsministers getötet. Die irakische Regierung droht Australien nun mit Sanktionen und fordert eine Entschädigung.


Bagdad - Der brisante Vorfall hatte sich gestern in der Nähe des irakischen Handelsministeriums in Bagdad ereignet: Nach Angaben eines Leibwächters verließ ein australischer Konvoi das Ministerium, als eine irakische Wagenkolonne mit den Leibwächtern die Australier überholen wollte. Nach Angaben der Polizei und des Innenministeriums hielten die ausländischen Soldaten die in zivil gekleideten Leibwächter für Aufständische und eröffneten das Feuer. Ein Leibwächter starb, drei weitere Menschen wurden verletzt.

Minister Abdul Falah al-Sudani fordert nun eine Entschuldigung der australischen Regierung und eine finanzielle Entschädigung. "Falls dies nicht passiert, wird er die Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern überprüfen", sagte ein Sprecher. Das australische Militär teilte mit, es bedauere den tödlichen Zwischenfall zutiefst. Eine umfassende Untersuchung sei eingeleitet worden.

Der Zwischenfall belastet die bereits angeschlagenen Beziehungen zwischen Australien und der neuen irakischen Regierung weiter. Nach einem Uno-Bericht soll der australische Weizenmonopolist AWB die gestürzte Regierung von Ex-Präsident Saddam Hussein mit millionenschweren Schmiergeldzahlungen bestochen haben. Die australische Regierung verlängerte ihre Untersuchung der Vorwürfe gegen AWB bis Ende September.

als/Reuters



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