Irak Blutiger Morgen in Bagdad

Bei mehreren Anschlägen im Zentrum der irakischen Hauptstadt sind heute mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt explodierten am Morgen bereits fünf Bomben. Zudem wurden mehrere Menschen bei einem brutalen Banküberfall getötet.


Bagdad - Alle Anschläge ereigneten sich im Zentrum der irakischen Hauptstadt. Dort verschärfen sich die Spannungen seit geraumer Zeit und treiben auf einen Bürgerkrieg zu.

Trauer um die Opfer: Allein heute Morgen starben in Bagdad schon mehr als 20 Menschen
AP

Trauer um die Opfer: Allein heute Morgen starben in Bagdad schon mehr als 20 Menschen

Zunächst zündete der Polizei zufolge eine Bombe vor einem Autohaus im Bagdader Stadtteil al-Nahda. Dabei gab es keinen größeren Schaden. Als daraufhin Polizei und Schaulustige an den Ort der Explosion eilten, detonierte eine zweite Bombe, die zehn Menschen in den Tod riss und acht verletzte. Eine dritte Bombe sei nahe einer der belebtesten Bushaltestellen der Stadt explodiert, heißt es aus Polizeikreisen.

Außerdem explodierten auf dem Schurja-Markt zwei Bomben, die am Straßenrand versteckt waren. Auch dort kamen zehn Menschen ums Leben, 50 wurden verletzt. Die beiden Sprengsätze zündeten im Abstand von wenigen Minuten auf dem am Vormittag sehr belebten Markt. Feuerwehrleute löschten die dabei entstandenen Brände. Viele Stände wurden durch die Wucht der Detonation umgeworfen.

Außerdem wurden bei einem Banküberfall im Bezirk Asamija mehrere Menschen getötet. Die Angaben der Agenturen schwanken zwischen drei und fünf Toten. Die Täter entkamen mit ihrer Beute in Höhe von umgerechnet 4000 US-Dollar.

Die USA haben vor kurzem ihre Truppenstärke im Irak vorübergehend um etwa 3700 Soldaten erhöht, um die irakischen Sicherheitskräfte in Bagdad zu unterstützen. Die Entscheidung gilt als Eingeständnis, dass die irakischen Einheiten nicht allein mit der Lage in der Hauptstadt fertig werden.

Seit der von den USA angeführten Invasion im Irak vergeht kaum ein Tag in dem Golfstaat ohne Anschläge, Überfälle, Gefechte oder Entführungen. Etwa 100 Menschen kommen täglich gewaltsam ums Leben. Die Gewalt richtet sich dabei nicht nur gegen die ausländischen Soldaten, sondern auch gegen die jeweiligen Anhänger der anderen Bevölkerungs- oder Religionsgruppe.

ler/AP/Reuters/AFP

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