Entgegen erster Ankündigung Bundeswehr schickt vorerst doch keine neuen Soldaten in den Irak

Die Bundeswehr hat aufgrund der angespannten Lage im Irak entschieden, den geplanten Austausch der dort stationierten Truppen zunächst auszusetzen. Was mit den Soldaten vor Ort geschieht, ist noch unklar.
Bundeswehrsoldaten vor einem Transportflugzeug (Archivbild)

Bundeswehrsoldaten vor einem Transportflugzeug (Archivbild)

Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am Sonntagmittag hatte die Einsatzführung noch angekündigt, am geplanten Truppenaustausch der im Irak stationierten Bundeswehrsoldaten festzuhalten, am Abend folgt die Kehrtwende: Der geplante Kontingentwechsel wird aufgrund der jüngsten Entwicklungen vor Ort vorerst ausgesetzt. Das habe Generalinspekteur Eberhard Zorn entschieden, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mit.

Das Einsatzführungskommando hatte zuvor am Sonntag erklärt, dass "in diesen Tagen" die ersten 30 Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern nach Erbil im Nordirak fliegen und dann auf ihre Einsatzorte im Irak verteilt werden sollten. Wenig später sollten dann die nächsten 30 Soldaten ebenfalls aus dem norddeutschen Raum folgen.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Soldaten würden nun vorerst nicht in den Irak fliegen. Unklar sei noch, was mit den vor Ort stationierten Soldaten geschehe, die im Austausch wieder nach Deutschland zurückkehren sollten. Die Lage sei "sehr dynamisch" und könne sich laufend ändern.

Die Bundeswehr stimme sich eng mit ihren Partnern und der internationalen Koalition gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak ab, sagte der Sprecher weiter.

yer/AFP/dpa