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27. August 2004, 07:14 Uhr

Irak

Bush räumt erstmals Fehleinschätzung ein

Angesichts der katastrophalen Sicherheitslage im Irak hat US-Präsident Bush erstmals offen zugegeben, die Situation im Nachkriegsirak falsch beurteilt zu haben. Der seit 17 Monaten anhaltende Widerstand sei ein ungewollter Nebeneffekt des schnellen Sieges gewesen.



"Ungewollter Nebeneffekt": Bush
REUTERS

"Ungewollter Nebeneffekt": Bush

Washington - George W. Bush sagte in einem Interview mit der "New York Times", er habe falsch eingeschätzt, wie die Bedingungen nach dem Krieg sein würden. Seine Strategie sei aber flexibel genug gewesen, um angemessen reagieren zu können, sagte der Präsident weiter.

Als Beispiel nannte Bush die Lage in der schiitischen Pilgerstadt Nadschaf. Bush ging der Zeitung zufolge nicht darauf ein, was bei der Besatzung schief gegangen sei. Er habe jedoch betont, dass der seit 17 Monaten anhaltende Widerstand ein ungewollter Nebeneffekt des schnellen Sieges über die Armee von Iraks Präsident Saddam Hussein gewesen sei.

Seit der US-geführten Invasion im Irak im März 2003 sind nach Angaben des amerikanischen Militärs 969 US-Soldaten in dem Land getötet und 6690 verwundet worden.

In einem Interview mit der Zeitung "USA Today" sagte Bush, er lehne einen Rücktritt von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wegen des Folterskandals im Abu-Ghureib-Gefängnis im Irak ab.

Am Vortag hatte der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry den Rücktritt Rumsfelds gefordert. Hintergrund ist eine neue Untersuchung der US-Streitkräfte, wonach 27 Mitglieder des Militärgeheimdienstes mitverantwortlich für den Folterskandal sind.

Bush verteidigte erneut den Irak-Krieg. In einem getrennten Interview der "New York Times" räumte der Präsident jedoch ein, dass er die Lage im Nachkriegs-Irak falsch eingeschätzt habe.

Vor dem am Montag in New York beginnenden Wahlparteitag seiner Republikanischen Partei zeigte sich Bush zuversichtlich, dass er bei der Wahl im November im Amt bestätigt werden wird. Auf dem Parteitag wird Bush offiziell zum Präsidentschaftskandidaten nominiert werden.

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