Irak Bush schwört US-Soldaten auf langen Kampf ein

Der Aufenthalt im Irak gestaltet sich für die US-Soldaten nach dem Krieg gefährlicher als von Washington angenommen. Präsident George W. Bush hält einen baldigen Abzug seiner Truppen deshalb für unwahrscheinlich.


Irak: US-Soldaten auf Patrouille
REUTERS

Irak: US-Soldaten auf Patrouille

Washington - Die Umwandlung des Irak zur Demokratie werde ein "enormes und langfristiges Unterfangen" sein, sagte Bush. Von Beginn an sei klar gewesen, dass das militärische Vorgehen gegen das Regime unter Präsident Saddam Hussein im Irak und die Bekämpfung des internationalen Terrorismus lange dauern und schwierig sein würde, und dass die Entschlossenheit der USA auf die Probe gestellt werden würde, sagte Bush.

Der US-Präsident sagte den "Friedensfeinden" im Irak den Kampf an. Die USA ließen sich trotz der jüngsten Anschläge nicht aus dem Irak vertreiben. "Es wird keine Rückkehr zur Tyrannei im Irak geben", sagte Bush. Diejenigen Kräfte, die Ordnung und Stabilität in dem Land bedrohen wollten, würden genau wie das frühere Regime dem sicheren Untergang entgegengehen, sagte Bush in einer Rede zum 30. Jahrestag der Umstellung der US-Streitkräfte auf eine reine Berufsarmee.

Die USA sind als Besatzungsmacht mit 150.000 Soldaten im Irak engagiert. Einen Zeitpunkt für den Abzug der Truppen aus dem Irak hat die US-Regierung noch nicht genannt. Präsidentensprecher Ari Fleischer lehnte Spekulationen über die Dauer des Einsatzes ab. Dies hänge von der Sicherheit und Stabilität vor Ort ab.

In jüngster Zeit gab es im Irak wiederholt Anschläge auf US-Soldaten. Seit die USA am 1. Mai die Kampfhandlungen für beendet erklärten, sind im Irak über 60 Soldaten ums Leben gekommen. Nach US-Umfragen ist die Zahl der Amerikaner rückläufig, die davon überzeugt sind, für die US-Soldaten liefen die Dinge im Irak positiv.

Auch der Kampf gegen den internationalen Terrorismus werde sicher noch lange dauern, sagte Bush. Es sei anzunehmen, dass neue Führer der Terrororganisation al-Qaida die inzwischen gefangenen oder getöteten Anführer ersetzen würden.



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