Irak Drei rumänische Geiseln kommen frei

Beinahe zwei Monate lang wurden sie im Irak festgehalten - nun sind drei Journalisten aus Rumänien und ihr arabischer Dolmetscher freigelassen worden. Der Präsident Rumäniens lehnt einen Abzug seiner Truppen aus dem Irak weiterhin ab.


Arabischsstämmige Rumänin mit Bild der drei Geiseln: "Ein Albtraum ist vorbei"
AP

Arabischsstämmige Rumänin mit Bild der drei Geiseln: "Ein Albtraum ist vorbei"

Bukarest - "Sie sind unversehrt und in der Obhut der rumänischen Behörden", sagte eine Sprecherin des rumänischen Präsidenten Traian Basescu. Der Reporter Ovidiu Ohanesian, die Fernsehjournalistin Marie-Jeanne Ion und ihr Kameramann Sorin Miscoci waren zusammen mit ihrem Führer Mohammed Monaf am 28. März gekidnappt worden.

Die Geiselnehmer hatten zunächst mit ihrer Ermordung gedroht, sollte Rumänien seine 800 Soldaten nicht aus dem Irak abziehen. Auf einem Video waren die Journalisten in Handschellen und mit auf ihre Köpfe gerichteten Pistolen zu sehen. Ion faltet dabei ihre Hände wie zum Gebet. In einer Tonbandbotschaft bitten die Geiseln Bukarest darum, ihr Leben zu retten.

Präsident Basescu lehnte indes einen Truppenabzug sowie eine Lösegeldzahlung ab. In den vergangenen Wochen hatte die rumänischen Behörden allerdings Kontakt zu den Kidnappern aufgenommen und um die Freilassung der Geiseln gebeten.

In Rumänien wurden zahlreiche Demonstrationen, Mahnwachen und Messen für die Journalisten und ihren Helfer, der mit einer Rumänen verheiratet ist, abgehalten. Die Islamische Liga entsandte am Samstag Vertreter nach Bagdad, auch irakische islamische Gruppen hatten sich für Geiseln eingesetzt. "Der Alptraum ist ausgestanden", sagte Petre Mihai Bacanu, Redakteur der Zeitung Romania Libera, für die Ohanesian arbeitet.

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