Irak Drei US-Soldaten verschwunden - Verschleppung vermutet

Sechs US-Soldaten und ihr irakischer Übersetzer gerieten heute Morgen südlich von Bagdad in einen Hinterhalt. Vier der Männer kamen ums Leben, drei werden vermisst. Die Armee befürchtet, dass sie entführt wurden.


Bagdad - Die Region, in der der Angriff stattfand, gilt als Hochburg sunnitischer Aufständischer. Die Patrouille wurde um kurz vor fünf Uhr am Morgen in der Nähe der Stadt Mahmudija angegriffen, teilte die US-Armee mit. Einheiten, die sich in der Nähe befanden, hätten die Explosion gehört. Als sie an den Tatort eilten, fanden sie fünf Leichen.

Die drei übrigen Personen waren nicht mehr zu finden, sagte Armeesprecher Generalmajor William Caldwell. Ob der irakische Übersetzer unter den Toten oder den Verschleppten ist, wollte er aus Sicherheitsgründen nicht sagen.

Mithilfe von Drohnen und Flugzeugen sucht die US-Armee seitdem nach den Verschwundenen. Berichten zufolge versuchte die Armee auch Ortsansässige Iraker zu befragen. In der gesamten Gegend wurden Checkpoints errichtet. "Damit es keine Missverständnisse gibt: Wir werden niemals aufhören, nach unseren Soldaten zu suchen, bis ihr Status eindeutig feststeht, und wir beten weiterhin für ihre sichere Heimkehr", sagte Caldwell.

Der Angriff fand fast genau zwei Jahre nach einem ähnlichen Zwischenfall in derselben Gegend statt, in dessen Folge zwei US-Soldaten verschwunden waren. Damals wurden ihre Leichen einige Tage später gefunden, ihre Beine waren gefesselt, und eine Bombe war zwischen den Beinen eines der Opfer platziert worden.

Die Nachrichtenagentur AFP meldete ebenfalls, dass heute drei US-Soldaten verschwunden sind, ihrem Bericht zufolge fand die mutmaßliche Verschleppung jedoch in der Provinz Anbar, nahe der Stadt Falludscha, statt. Ob es sich um ein und denselben Zwischenfall handelt, ist unklar.

yas/AP/AFP



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