Irak Dutzende Tote und Verletzte bei Kämpfen in Basra und Bagdad

Schwere Gefechte in Basra und Bagdad: 40 Menschen sind bei Kämpfen zwischen irakischen Regierungstruppen und der Sadr-Miliz getötet worden, Hunderte wurden verletzt. Auch die Grüne Zone in Bagdad wurde angegriffen. Ministerpräsident Maliki hat den Milizionären ein Ultimatum gestellt.


Bagdad - Neuer Gewaltausbruch im Süden Iraks: Irakische Sicherheitskräfte und Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr haben sich in der Ölstadt Basra den zweiten Tag in Folge heftige Kämpfe geliefert. Einwohner der 550 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Hafenstadt berichteten von Explosionen, die in der Nacht zu hören gewesen seien. Der Strom fiel in der ganzen Stadt aus.

Kämpfer in Basra: Den zweiten Tag in Folge heftige Gefechte
AFP

Kämpfer in Basra: Den zweiten Tag in Folge heftige Gefechte

Bis zum frühen Morgen starben dabei seit Ausbruch der Gefechte 40 Menschen, 200 wurden verwundet, wie Vertreter der Gesundheitsbehörden sowie Sprecher der Armee sagten. Unter den Opfern seien auch Zivilisten.

Ministerpräsident Nuri al-Maliki forderte die Milizionäre in Basra auf, sich innerhalb von 72 Stunden zu ergeben. Außerdem sollten sie schriftlich zusichern, sich nicht an weiteren Kämpfen zu beteiligen, sagte der Politiker dem staatlichen Fernsehen. "Andernfalls müssen sie mit schwersten Strafen rechnen", fügte Maliki hinzu, ohne dies näher auszuführen.

In Bagdads Elendsviertel Sadr City gingen die Kämpfe mit schiitischen Extremisten über Nacht ebenfalls weiter. Dort starben nach Angaben eines Mitarbeiters einer örtlichen Gesundheitsbehörde 15 Menschen und mehr als 140 wurden verwundet, darunter auch Frauen und Kinder, die zwischen die Fronten geraten seien.

Mahdi-Armee weitet ihre Kontrolle aus

Auch die stark gesicherte Grüne Zone in Bagdad wurde am Mittwoch erneut mit Raketen angegriffen, wie die US-Botschaft mitteilte. Dabei wurden drei US-Bürger schwer verletzt.

In Basra begannen am Dienstag Kämpfe zwischen irakischen Soldaten und Polizisten gegen Milizionären der Mahdi-Armee des Geistlichen Sadr um die Kontrolle wichtiger Stadtteile. Erst am Montag war Ministerpräsident al-Maliki in die Hafenstadt geflogen und hatte den Militäreinsatz gegen die Milizionäre angekündigt. Die britischen Truppen hatten am 16. Dezember die Kontrolle über Basra an die Iraker übergeben.

Augenzeugen in Amara, 400 Kilometer südlich von Bagdad, erklärten, die Mahdi-Armee habe weitgehend die Kontrolle über ihre Stadt übernommen. "Es sind so gut wie keine Soldaten oder Polizisten auf den Straßen zu sehen", sagte einer von ihnen.

Die US-Armee berichtete, von Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr City aus seien am Dienstag mehrere Granaten auf andere Stadtteile abgefeuert worden. Aus Sadr City stammt ein Großteil der Milizionäre der Mahdi-Armee. Die US-Truppen hatten den irakischen Soldaten am Dienstag nach eigenen Angaben geholfen, ein Parteibüro der schiitischen Dawa-Partei in Sadr City von Ministerpräsident Maliki gegen eine Attacke von Milizionären zu verteidigen.

anr/Reuters/AP



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