Irak-Feldzug Bush wirft Kriegsgegnern Geschichtsfälschung vor

Mit scharfen Worten hat US-Präsident Bush Kriegsgegner angegriffen: Sie würden die Wahrheit über den Irak-Krieg verdrehen. Diese hatten der US-Regierung vorgeworfen, sie habe Informationen über Massenvernichtungswaffen manipuliert.


Tobyhanna - "Es ist durchaus legitim, meine Entscheidung für den Krieg oder dessen Verlauf zu kritisieren. Es ist aber höchst unverantwortlich, die Geschichte über den Ursprung des Krieges umzuschreiben", sagte US-Präsident George W. Bush während einer Rede anlässlich des US-Feiertags Veterans' Day im US-Bundesstaat Pennsylvania. Mit der Kritik der Demokraten und Kriegsgegner werde das amerikanische Volk darüber in die Irre geführt, warum die USA den Krieg begonnen hätten, sagte Bush.

US-Präsident Bush: "Unverantwortliche Geschichtsfälschung"
AP

US-Präsident Bush: "Unverantwortliche Geschichtsfälschung"

Bush reagierte damit auf neue Vorwürfe, die Regierung habe vermeintliche Geheimdiensterkenntnisse über Massenvernichtungswaffen im Irak aufgebauscht. Eine Untersuchungskommission habe bereits festgestellt, dass es dafür keine Anhaltspunkte gab, sagte Bush. Die USA hatten die Existenz von Massenvernichtungswaffen stets als Hauptgrund für den Angriff auf den Golfstaat angeführt.

"Grundlose Attacken senden das falsche Signal an unsere Truppen und den Feind, der unseren Durchhaltewillen in Frage stellt", sagte Bush. Der Kampf gegen den weltweiten Terrorismus und für die nationalen Interessen Amerikas sei viel zu wichtig, als dass Politiker es sich leisten könnten, falsche Behauptungen aufzustellen, fügte er hinzu.

Beobachter sprachen von der bislang aggressivsten Verteidigung des Irak-Kriegs. Der demokratische Senator Edward Kennedy nannte es bedauerlich, dass Bush ausgerechnet den Veteranentag dazu benutze, diejenigen in den Schmutz zu ziehen, die mit Blick auf manipulierte Geheimdienstinformationen vor dem Krieg nach der Wahrheit suchten.

Die Regierung war zuletzt Kritik der Demokraten ausgesetzt, nachdem im Zuge einer Affäre um die Enttarnung einer CIA-Agentin Lewis Libby, der Stabschef von US-Vize-Präsident Dick Cheney, zurücktreten musste. Libby ist im Zusammenhang mit der Affäre wegen Falschaussage, Meineid und Behinderung der Justiz angeklagt. Die Geheimdienstmitarbeiterin Valerie Plame war im Juli 2003 enttarnt worden. Ihre Identität wurde Medien zugespielt, nachdem ihr Ehemann - der Diplomat Joseph Wilson - der Regierung Bush vorgeworfen hatte, sich Geheimdienst-Informationen über den irakischen Besitz von Massenvernichtungswaffen zurechtgerückt zu haben, um den Krieg in dem Golfstaat zu rechtfertigen.



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