Irak-Feldzug Großbritannien beruft offenbar Tausende Reservisten ein

Zur Vorbereitung auf einen Krieg gegen den Irak wird die britische Regierung möglicherweise noch heute Tausende Reservisten einberufen. Einem Zeitungsbericht zufolge soll dafür zum ersten Mal seit 50 Jahren die "Queen's Order" erlassen werden.


Britische Royal Marine-Soldaten
AP

Britische Royal Marine-Soldaten

London - Wie die Tageszeitung "Daily Telegraph" berichtete, wurden die zuständigen Armeechefs zu einem Treffen ins Verteidigungsministerium bestellt. Verteidigungsminister Geoff Hoon werde die Einberufung möglicherweise im Laufe des Tages im Parlament bekannt geben. Eine Sprecherin seines Ministerium teilte mit, es sei weder über eine Einberufung von Reservisten oder eine Mobilisierung entschieden worden noch sei ihr ein geplantes Treffen der Armeechefs bekannt.

Militärexperten haben eine Einberufung von Reservisten als notwendig bezeichnet, sollte Großbritannien Anfang des Jahres mit den USA Irak angreifen wollen. Zu dieser Zeit herrschen dort Wetterbedingungen, die aus militärischer Sicht für einen Angriff als am günstigsten gelten. Eine Einberufung der Reservisten wäre das bislang deutlichste Zeichen dafür, das ein Krieg vorbereitet wird.

Der Zeitung zufolge sollen zunächst Fernmelder sowie Logistik- und Spezialkräfte einberufen werden, gefolgt von bis zu 10.000 weiteren Reservisten. Die Regierung wolle hierzu die zuletzt vor einem halben Jahrhundert während des Korea-Krieges angewandte "Queen's Order" erlassen, die das Einspruchsrecht von Reservisten und ihren Arbeitgebern einschränkt.

Großbritannien und die USA werfen dem Irak vor, über chemische und biologische Massenvernichtungswaffen zu verfügen. Sie bemühen sich seit Wochen im Uno-Sicherheitsrat um eine Resolution, die Irak mit Gewalt drohen soll, falls dieser Inspektionen verhindere. Die USA und Großbritannien haben erklärt, notfalls ohne eine Resolution den Irak anzugreifen, falls dieser sich seiner Abrüstung widersetze.



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