Irak-Frage Tiefer Graben zwischen Spanien und dem Vatikan

Beim seinem Besuch in Spanien Anfang Mai wird Papst Johannes Paul II. einige Fragen zu klären haben. Zum Beispiel die, ob tiefgläubige Christen gegen seine Anordnung Krieg führen dürfen.


Entschiedener Kriegsgegner: Papst Johannes Paul II
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Entschiedener Kriegsgegner: Papst Johannes Paul II

Madrid - Der Präsident der spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Antonio María Rouco, wies darauf hin, dass die ablehnende Haltung des Papstes zum Irak-Krieg für alle Katholiken bindend sei. "Die Worte, die der Heilige Vater kraft seines Amtes äußert, sind für die Katholiken immer bindend", betonte der Kardinal.

Er widersprach damit dem spanischen Verteidigungsminister Federico Trillo. Der Minister, ein strenggläubiger Katholik, hatte erklärt, die Äußerungen des Papstes zum Irak-Krieg beträfen keine Glaubensfragen und seien daher nur als persönliche Meinung des Pontifex zu werten.

Kardinal Rouco hatte demgegenüber kürzlich darauf hingewiesen, der Papst könne katholische Politiker wegen ihrer Haltung im Irak-Konflikt sogar exkommunizieren. Er wies aber zugleich Spekulationen über eine mögliche Exkommunikation des spanischen Ministerpräsidenten José María Aznar zurück.

Der konservative Regierungschef hatte die Entscheidung der USA und Großbritanniens zum Angriff auf den Irak unterstützt. Johannes Paul II. wird am 3. Mai zu einem zweitägigen Besuch in Spanien erwartet.

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