Irak Großangriff auf Abu Ghureib

Irakische Rebellen haben das berüchtigte Gefängnis Abu Ghureib im Westen Bagdads attackiert. Die US-Armee kämpfte über eine Stunde mit den Aufständischen. Durch Raketen und Autobomben wurden 44 amerikanische Soldaten und 12 Häftlinge verletzt.


Wachturm von Abu Ghureib: Berüchtigtes Gefängnis
DPA

Wachturm von Abu Ghureib: Berüchtigtes Gefängnis

Bagdad - Mindestens 40 Aufständische griffen die große Gefängnisanlage im Westen der irakischen Hauptstadt am Samstagabend mit Raketen an und Panzerfäusten und zündeten zwei Autobomben. Augenzeugen berichteten, die zweite Autobombe sei gezündet worden, als US-Soldaten versucht hätten, die durch den ersten Sprengsatz Verletzten in Sicherheit zu bringen.

Die US-Soldaten erwiderte das Feuer. Wie ein Militärsprecher mitteilte, dauerte das Gefecht über eine Stunde, bis die Angreifer zurückgeschlagen werden konnten. Dabei wurden auch Hubschrauber und schwere Waffen eingesetzt. Von dem Gelände stiegen Rauchwolken auf.

Nach Angaben des amerikanischen Militärs gab es unter den 44 verwundeten US-Soldaten überwiegend Leicht-, aber auch einige Schwerverletzte. Zudem wurden 12 Häftlinge verletzt, darunter einer schwer. Der Militärsprecher berichtete von mindestens einem getöteten Angreifer.

Soldatin Lyndie England quält einen Gefangenen: Folter-Fotos sorgten für weltweites Entsetzen
AFP/ THE WASHINGTON POST

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Mit etwa 3000 Gefangenen ist Abu Ghureib eines von drei großen US-Gefängnissen im Irak und war schon mehrfach Ziel von Angriffen Aufständischer. Es sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, als der Skandal über Misshandlungen und Demütigungen irakischer Gefangener durch US-Soldaten bekannt wurde. Vor allem Fotos von nackten Gefangenen vor US-Aufsehern fügten dem Ansehen der USA großen Schaden zu.

Dazu zählte beispielsweise das Bild, auf dem die Soldatin Lynndie England einen nackten Häftling an einer Hundeleine hält. Im Strafprozess gegen Lynndie England fordert die Staatsanwaltschaft 16 Jahre Haft; in einem ersten Prozess wurde der Soldat Charles Graner bereits im Januar vom Militärgericht zu zehn Jahren Haft verurteilt.


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