Irak Halbbrüder Saddam Husseins zum Tode verurteilt

Sie sind für die Hinrichtung von Dutzenden Kaufleuten verantwortlich - für dieses Vergehen wurden zwei Halbbrüder des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein nun zum Tode verurteilt. Auch der als "Chemie-Ali" bekannte Kriegsverbrecher al-Madschid wurde erneut bestraft.


Hamburg - Bei dem Prozess vor dem Sondertribunal für die Verbrechen des Saddam-Regimes ging es um die Hinrichtung von 42 Geschäftsleuten im Jahr 1992. Wegen dieses Vergehens verurteilte der Strafgerichtshof in Bagdad zwei Halbbrüder Saddam Husseins zum Tode am Galgen, zudem den früheren irakischen Außenminister Tarik Asis zu 15 Jahren Haft. Der 72-jährige Asis hatte jede Beteiligung an der Hinrichtung bestritten.

Angeklagter Sabawi Ibrahim al-Hassan: Des vorsätzlichen Mordes schuldig gesprochen
AFP

Angeklagter Sabawi Ibrahim al-Hassan: Des vorsätzlichen Mordes schuldig gesprochen

Der ehemalige Innenminister Watban Ibrahim al-Hassan und der frühere Direktor des Sicherheitsdienstes, Saabawi Ibrahim al-Hassan, sind Halbbrüder Saddams aus der zweiten Ehe seiner Mutter. Saddam, der extrem misstrauisch war und stets Verschwörungen witterte, hatte viele Schlüsselpositionen im Sicherheitsapparat mit Verwandten besetzt.

Insgesamt mussten sich acht Angeklagte wegen der Hinrichtung verantworten, nur einer wurde freigesprochen. Der Anwalt von Asis, Badea Aref, bezeichnete das Urteil als "politisch" und "extrem hart". "Ich habe erwartet, dass das Gericht seine Unschuld anerkennt", sagte Aref. Sein Mandant sei außerhalb des Iraks gewesen, als die Kaufleute getötet wurden.

Asis sitzt in einem weiteren Prozess wegen der Verfolgung des Clans von Kurdenpräsident Massud Barsani noch auf der Anklagebank. Seine politische Rolle war es gewesen, im Ausland als "menschliches Gesicht" des Saddam-Regimes aufzutreten, das im Inneren brutal gegen jede Form der Opposition vorging.

Außer Tarik Asis erhielten im sogenannten Händler-Prozess auch Saddams bereits dreimal zum Tode verurteilter Cousin Ali Hassan al-Madschid ("Chemie-Ali") und ein weiterer Ex-Funktionär Haftstrafen von jeweils 15 Jahren. Al-Madschid muss sich unter anderem wegen des Einsatzes von Giftgas gegen die Kurden in den achtziger Jahren verantworten. Wegen politischer Streitigkeiten wurde das Todesurteil allerdings bislang nicht vollstreckt.

hut/dpa/AFP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.