Massaker im Irak Hunderte Leichen aus Massengräbern in Tikrit geborgen

In Tikrit sind offenbar die Opfer eines Massakers durch die IS-Terrormiliz geborgen worden. 470 Leichen wurden in Massengräbern gefunden und exhumiert. Die irakische Gesundheitsministerin bezeichnet sie als Märtyrer.
Exhumierungen in Tikrit (Archivbild vom 12. April): Massengräber nach Massaker

Exhumierungen in Tikrit (Archivbild vom 12. April): Massengräber nach Massaker

Foto: AHMAD AL-RUBAYE/ AFP

Aus mehreren Massengräbern in Tikrit sind 470 Leichen geborgen worden. Das melden irakische Behörden. Bei den Opfern handele es sich um "Märtyrer", die bei einem Massaker der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im vergangenen Sommer starben, sagte die irakische Gesundheitsministerin Adila Hammud.

Der Chefarzt des größten Leichenhauses von Bagdad, Siad Ali Abbas, nannte Details: So seien die Leichen aus vier Gräbern geborgen worden. Aus dem größten wurden rund 400 Leichen exhumiert.

Die sterblichen Überreste sollen nun von internationalen Experten untersucht werden. Auch Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sind beteiligt. Erste Namenslisten der Opfer sollen in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

Die Dschihadisten des IS hatten im vergangenen Sommer bei einer Blitzoffensive weite Gebiete im Norden und im Zentrum des Irak unter ihre Kontrolle gebracht. Nahe der Militärbasis Speicher waren bis zu 1700 zumeist schiitische Armeerekruten verschleppt worden. Die Miliz hatte anschließend Bilder und Videos im Internet veröffentlicht, die die Ermordung der Männer zeigen sollten.

Foto: SPIEGEL ONLINE
vek/AFP
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